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| Vademecum | (lat.). Kleines Taschenhandbuch. |
| Vahle, Heinrich | (* 1876, + 1955). V. arbeitete als Lederschnittkünstler bei Hulbe in Hamburg und bei Schultze in Düsseldorf. Er war von 1905-1907 Fachlehrer bei Hüttich als Nachfolger Rudels in Gera, danach Handbuchbinder bei Hübel & Denck in Leipzig. Ausgezeichneter Handvergolder, MDE-Ehrenmitglied. |
| Vakat | (lat.) Leerseite, Leerblatt zwischen bedruckten Seiten. |
| Vakuumatic | Papierbogenzählmaschine der englischen Firma "Vakuumatic Ltd." Bei der V. werden die Ecken der Papiere mit einer Saugklinge angehoben und dabei gezählt. An beliebigen Stellen lassen sich Papierstreifen zum Abgreifen einschießen. |
| Vakuum-Presse | >Thermopresse. |
| Veau | (frz.). Name für Kalbleder. V. fauve: naturelles Kalbleder, V. marbé: marmoriertes Kalbleder. |
| Velin | Aus den Fellen neu- oder totgeborener Kälber gearbeitetes, dünnes Pergament. |
| Velinpapier | Ungeripptes Papier. Der englische Buchdrucker John Baskerville ließ 1750 als erster Papier mit einem Schöpfrahmen aus Kupfergewebe schöpfen, das ohne Rippung war und deshalb nach dem ebenfalls gleichmäßigen Hautpergament "Vellum-Haut" genannt wurde. |
| Vellucent-Einband | Pergament-Einband mit unterlegter Malerei, Vergoldung usw. Nach Adam von Cedrik Chivers in England aufgegriffen, war der V. einige Zeit in Mode, setzt aber gekonntes Malen voraus und durchscheinendes Pergament. Selten angewendet. |
| Veloursleder | (frz.). Veloursleder, auf der Narbenseite geschliffenes Leder. V. wird auch als Wildleder bezeichnet, obwohl nur Hirschleder echtes Wildleder ist V. oder Samtpapiere sind mit Klebstoff bestrichene Papierbahnen, auf die Wollstaub gestreut wurde. Veloursleder und Velourspapiere finden für Fütterzwecke und in der Reklameindustrie Verwendung. Heute teilweise durch gesamte Kunststofffolien ersetzt, die sich in Formen ziehen lassen. |
| Vellum | Pergament. Eine Kalikoart wurde um 1900 "Art Vellum" genannt. |
| Verbinden | Zusammenfügen. Fälschliches V. wird möglich durch eine Bindeweise, bei der die richtige Seitenfolge nicht beachtet wurde. Wird ein Buchblock in eine falsche Decke oder auf dem Kopf stehend eingehängt, wird nicht von V. sondern von "falsch einhängen" gesprochen. |
| Vergé-Papier | (frz.). Geripptes Papier. |
| Vergilben | Können holzhaltige Papiere unter Lichteinfluss. Am wenigsten vergilben holzfreie und Hadernpapiere. Eingefärbte Leder vergilben nicht, sie "verschießen". |
| Vergoldebrett | mit Anschlag, hat eine verstellbare, parallel Anlage. Hilfsmittel für die Vergoldearbeit |
| Vergoldeeiweiß | Grundierung für das Drucken mit Blattgold aus einem Eiweiß und einer Tasse Wasser für die Kalikovergoldung, für die Leder und Pergamentvergoldung zu gleichen Teilen aus Eiweiß und Wasser bestehend. Da Eiweiß rasch vertrocknet, führte sich der Vergoldelack "Skin-Glace" ein, der ein sicheres Vergolden erlaubt. |
| Vergoldekissen | mit Kalbsleder-Überzug und Windschutz für Vergoldearbeiten |
| Vergoldeklotz | auch Vergolde-Klotzpressen um Buchblocke für das Schnittvergolden zu fixieren |
| Vergoldelampe | Heizung für Vergoldewerkzeuge, ursprünglich mit Holzkohle unter Leimtöpfen, danach mit Gas, jetzt mit Elektrizität. Heute wird die mit Thermostaten geregelte direkte elektrische Beheizung von Schriftkästen, Rollen und Stempelhaltern bevorzugt. |
| Vergoldemesser | flaches, abgerundetes Messer für Vergoldearbeiten |
| Vergolden | Buchschnitte werden mit Blattgold vergoldet. Hand- und Pressvergoldung erfolgt mit erhitzten Werkzeugen und gravierten Platten dann, wenn ein Material mit Blattgold belegt und das Vergoldewerkzeug abgedruckt wird. Beim Pressvergolden wird kaum noch echtes Blattgold verwendet, man benutzt im Vakuum mit Echtgold oder gefärbtem Aluminium bedampfte Folie. Das Handvergolden verlangt eine hohe Kunstfertigkeit, eine sichere Hand und ein gutes Auge. Die gleiche Technik, ohne Blattgold- oder Folienaufgabe, ist "Blinddruck". Das künstlerische Handvergolden setzt einen Entwurf voraus, der auf Transparentpapier gezeichnet über die zu vergoldende Fläche gespannt und mit Vergoldewerkzeugen nachgedruckt wird. Der so entstandene Blinddruck wird mit Eiweiß oder Vergoldelack ausgepinselt und unter Blattgoldauflage mehrfach nachgedruckt. Freihandvergolden ist ein V. ohne Pause nach angepunkteten Ansetzstellen für die Stempel, wie das die alten Meister praktizierten und das bei einfachen Entwürfen noch vorkommt. |
| Vergoldeofen | zum Erhitzen von Vergoldewerkzeugen, früher mit Spiritus beheizt, heute fast ausschließlich elektrisch und thermotatgeregelt |
| Vergoldepressen | Heizbare, zwei- oder viersäulige Kniehebelpressen, mit denen Decken, Reklameartikel usw. in Massenauflagen vergoldet oder mit Farben bedruckt werden. Die dabei benötigten Schriften und Gravuren werden an ausziehbare Anhängeplatten mit "Wiener Papp" geklebt, die Decke auf dem Pressentisch, auch "Schlitten" genannt, eingerichtet. Da die Vorbereitungsarbeiten zeitraubend sind, lohnt sich das Einrichten nur für mehrfaches Pressen. Für Einzelprägungen, wie Titel, sind kleine Tischprägepressen entwickelt worden, die mit Einzellettern arbeiten, in den USA auch mit Linotypezeilen aus Blei. Die großen V. lassen sich in der Hubhöhe mit Stellkeilen regulieren. Das Betätigen der Presse erfolgt von Hand oder mit Motorantrieb. Es gibt Zwillingsvergoldepressen, wobei das Einlegen des Pressgutes abwechselnd vor und hinter der Presse erfolgt. Das Ein- und Ausfahren erfolgt mechanisch. Vollautomatisch arbeitende V. legen das Pressgut selbst an und ab. Für das Prägen von Glückwunschkarten u. ä. wurden beheizte Drucktiegel (Druckmaschinenfabrik Heidelberg) entwickelt. |
| Vergoldepulver | Seit 1820 bekannte Mischung fein gemahlener Harze, wie Kolophonium und Sandarak, um eine zu vergoldende Fläche damit bestäuben zu können. Das Harz schmilzt unter der Gravurenhitze und bindet das aufgetragene Blattgold an das Material. Die besten V. sind die französischen weißen, die stärkere Hitze als die gelben benötigen. Auch Kunstharzpulver waren zeitweise im Handel und feinkörniger als die Naturharzpulver. Benötigt werden V. zum Anzeichnen der Ansetzpunkte beim Titeldrucken mit der Hand. |
| Vergolderolle | Auch Vergoldelinienrollen. Aus Messing bestehende, bis zu 80 mm Durchmesser große Linienrolle, mit der blinde oder vergoldete Linie von Hand, meist auf Leder oder Pergament, gedruckt werden. Um ein exaktes Ansetzen an Gehrungen zu ermöglichen, haben V. am Umfang einen Gehrungseinschnitt. Die Rollenbreite (Größe) kann variieren Kurvenrollen haben keine Gehrungseinschnitte und werden wegen ihrer geringen Größe "Pfennigrollen" genannt. "Dessinrollen" haben keine Gehrungseinschnitte, das auf den Umfang gravierte Muster läuft in sich unendlich zurück. Passende Eckenanschlüsse sind damit breite Rollen sich leichter ausdrucken lassen und sie weniger kostspielig beim Gravieren sind. Es gibt auch Vergoldestempel. |
| Vergoldeschriften | Bleilettern lassen sich benutzen, doch sind Zink- und Messinglettern härter und unverwüstlicher. Zinkschriften können bei Nichtbenutzung oxydieren. Die Auswahl der Charaktere ist bei Messing- und Zinkschriften geringer als bei Bleischriften, die jedoch den meisten Ansprüchen genügen. H. waren früher wegen des erleichterten Ansetzens beim Titeldruck 26 mm hoch, schlossen am Kopf bündig mit dem Schriftkegel ab, werden aber jetzt in der Bleiletternhöhe von 23,57 mm geliefert, um bei Bedarf mit Bleilettern zusammen benützt werden zu können. Messingschriften für das Pressvergolden sind nur 6,6 mm hoch, weil sie zum Prägen aufgeklebt werden müssen. |
| Vergoldewerkzeug | Beim Schnittvergolden: Gerade und gekrümmte Achatglättzähne, Schabklingen, "Anschießer" für das Gold, Goldauftragegeräte wie Flohrrahmen und Holzgestelle mit verschiebbaren Darmseiten für das Anhängen von Blattgold beim Hohlgoldschnittemachen: Eiweißpinsel und Arbeitsmesser. Bei Handvergoldungen: Schriftkästen, Fileten, Vergolderollen, Bogen- und Linienstempel verschiedener Krümmungen und Längen, Dessinstempel, Pinsel, Tampon, Vergoldemesser, Goldkissen, Lederfeile zum Gravurenputzen, Zirkel, Schwamm, Kreide, Naturgummi zum Goldausputzen. |
| Vergriffen | sind sehr alte Bücher und dann entsprechend gesucht und wertvoll. Gelegentlich tauchen sie bei Buchantiquariaten und bei Buchversteigerungen auf. Neuzeitliche Bücher sind dann V., wenn dem Buchverleger keine Verkaufsexemplare mehr zur Verfügung stehen. |
| Verlag | Vermittlerstelle zwischen Buchautor, Buchhersteller und Buchverkäufer. Unternehmer, der ein Buch technisch herstellen lässt und für den Vertrieb sorgt, aus den "Buchführern", den auf eigenes Risiko druckenden und vertreibenden Druckern und Buchbindern, hervorgegangen. |
| Verlagsbroschur | Zum Umbinden bestimmte |
| Verlagseinband | In großen Stückzahlen hergestellter Masseneinband, vorwiegend in Gewebe (Ganz- oder Halbleinen), Papier (Pappband, richtiger "Papierband" genannt) oder in Plastikfolien eingebundenes Buch mit steifen, stets überzogenen Pappendeckeln. Durch Verleger auf den Markt gebracht und ungebundene, aber geheftete und meist im Umschlag beschnittene Bücher sind "Verlagsbroschuren". Koberger im 15.Jh., später Manutius, Giunta Elzevir u.a. waren die ersten Auftraggeber für gleichartig gearbeitete Bücher. |
| Vernis brun. | (frz.). Braunlack, Lederlack. |
| Vernis mou. | (frz.). Weichgrundradierung. Ein auf eine mit weichem Ätzgrund beschichtete Kupferplatte gelegtes Papier wird vom Künstler bezeichnet. Beim Abheben des Papierblattes bleibt an den Zeichnungsstellen Ätzgrund haften. Die dadurch freigelegten Stellen lassen sich tiefer ätzen. Der Abdruck einer solchen Platte hat ein dem Kreidestrich ähnliches Bild. |
| Verramschen | nennt man das Verkaufen schlecht gängiger Literatur an das "moderne Antiquariat" zu erheblich herabgesetzten Preisen. Das Vernichten von Büchern durch Verkauf zu ihrem Papierwert wird "makulieren" genannt |
| Versalien | Großbuchstaben, Titelbuchstaben, auch "Majuskeln" genannt. |
| Verschießen | Umschlagen einer ursprünglichen Farbe in eine abweichende, meist missfarbige Tönung, wobei grüne, rote und blaue Farben am ehesten verschießen. Auch Teerfarben sind wenig lichtecht. Deshalb verlangen die Vorschriften der deutschen Bibliothekare gedeckte Einbandmaterialien, die besser lichtbeständig sind. |
| Verschneiden | Durch irrtümliche oder ungeschickte Schnittführung von der gewünschten Schnittlinie abweichen. |
| Verschnitt | Abfall, der beim Zuschneiden von Materialien und beim Beschneiden von Büchern entsteht. |
| Verschnitten | Zu stark, ungleichmäßig oder schief beschnittene Bücher, angeschnittener Text, angeschnittene oder ungleichmäßig beschnittene Tafeln. |
| Verschobener Schnitt | "Untergoldschnittmalerei" bei der ein auf dem Vorderschnitt gemaltes Bild mit einem Goldschnitt verdeckt wird. Das Bild wird erst sichtbar, wenn im Buch geblättert, der Vorderschnitt verschoben wird. Selten |
| Verschossen | Druckform, deren Kolumnen irrtümlich nicht in der richtigen Reihenfolge eingesetzt sind, so dass die gefalzten Bogen nicht die richtige Seitenfolge haben. |
| Verschränken | Rechts und links legen von Büchern, damit die durch die auftragenden Buchrücken entstehenden Ungleichheiten ausgeglichen werden. Bei Druckbogen, um abgepasste Stöße zu markieren. Bei verschränkt gelegten Büchern liegt über einen Vorderschnitt immer ein Buchrücken. |
| Verso | (lat.). Rückseite eines Papierblattes im Gegensatz zur "Rekto" genannten Vorderseite. |
| Verstechen | Ein Bücher- und Druckbogentausch ohne Berechnung zwischen Druckern und Verlegern auf Messen des 17.-18.Jh. |
| Verquetschen | Lettern durch unsachgemäßes Arbeiten verderben; spöttisch: Unsauber vergolden. |
| Vertatur | (lat.). Korrekturzeichen, das anordnet, einen verkehrt im Schriftsatz stehenden Buchstaben umzudrehen. |
| Verziehen | können sich Pappen durch Spannungen im Pappengefüge, die durch ungleichmäßige Feuchtigkeit oder Trockenheit entstehen. Das V. wird durch sachgemäße Lagerung, Beachtung der richtigen Laufrichtung bei Einbanddecken und der für diese verwendeten Materialien bekämpft. |
| Vierbruch | Ein als Doppelbogen gedruckter Textbogen statt, wie üblich dreimal, viermal gefalzt, enthält 32 Seiten. Vierbruchbogen bekommen gern Quetschfalten und werden deshalb nur bei geringwertigen Büchern oder bei Dünndruckbogen angewendet. |
| Viertelbogen | Der V. umfasst 2 Papierblätter oder 4 Seiten. |
| Vignette | (frz.). Zierstück auf Drucksachen. Bei Einbänden nicht mehr angewendet, aber V. sind die Vorbilder für die Buchbinder-Vergoldestempel |
| Viskose | Unter V. versteht man speziell in der Kunstseiden- und Zellwolleherstellung eine sirupartige, mehr oder weniger zähflüssige Masse, die durch Manipulationen verschiedenen Chemikalien in spinnfähige Form gebracht wird (Kunstseide, Viskoseschwämme). |
| Viskosität | Unter V. oder "Zähflüssigkeit" versteht man den Widerstand, den die Teilchen einer Flüssigkeit ausüben, wenn sie gegeneinander verschoben werden oder wenn man feste Körper in der Flüssigkeit bewegt. Als Messgeräte dienen "Viskositätsmesser" verschiedener Bauarten. In der Kunststoff-Chemie erlauben solche Messungen, Rückschlüsse auf die Molekular-Struktur der Kunststoffe zu ziehen. Die V. von Klebstoffen nimmt bei höheren Temperaturen ab und bei niedrigeren zu Typisches Kennzeichen aller Kolloide. |
| Viskoseschwamm | Er entsteht durch Einblasen von Luft in Viskose. Ersatz für Naturschwamm. |
| Vlieseline | Kunstharzvergütetes, poröses Vliesmaterial, das die Schneider statt Rosshaar zum Versteifen von Reversen usw. benützen. Unterlage beim Papierrestaurieren, weil V. Klebstoffe abstößt. |
| Vizebund | >Fitzbund |
| Vogt, Matthäus | (* um 1614). Buchbinder und Stempelschneider, gab ein Musterbuch um 1644 und 1656 mit elf Tafeln seiner Stempel heraus. V. war der Verfasser von "Allerhand Bücher". |
| Volkmann, Paul | stammte aus alter, seit 1713 in Merseburg ansässiger Buchbinderfamilie. Schüler der Königlichen Kunstakademie und Fachschule für graphische Künste in Leipzig. Buchbindermeister, künstlerischer Leiter von Hübel & Denck in Leipzig, danach Entwerfer von Verlagseinbänden bei Lüderitz und Bauer in Berlin. V. arbeitete 3-4 Jahre lang mit Kersten in Berlin zusammen. |
| Volksausgabe | Buchauflage, die durch hohe Auflage, vereinfachte Ausstattung und mitunter durch Verwendung von schon vorhandenem Satz verbilligt ist. |
| Volumen | Schriftrolle des Altertums, Bezeichnung später auf Bücher übertragen. Gelegentlich als Bandbezeichnung benützt, wie Vol. 1,2 usw. V. bei Papier: Verhältnis vom Papiergewicht g/m² zur Papierdicke in mm. Einfache V.: Ein nicht auftragendes Papier, Dicke 0,100 mm und einem spezifischen Gewicht 1,00. 1 1/2faches V.: Spezifisches Gewicht von 0,66. 1 3/4faches V.: Spezifisches Gewicht von 0,57. 2faches V.: Spezifisches Gewicht von 0,50. Das Papier wird mit steigendem V. dicker, aber auch lockerer und dann benutzt, wenn ein Werk, aufgebunden, dicker aussehen soll. |
| Vordersteg | Weißer Papierrand, der dem "Bundsteg" gegenüber liegt. Der weiße Rand am Vorderschnitt. |
| Vorfalz | Technische Bezeichnung für einen gefalzten Papierbogen, bei dem die Vorderseite einige mm vorsteht, damit der Greifer der Zusammentragmaschine sie erfassen kann. Beim "Nachfalz" steht das hintere Bogenteil über (-> Überfalz). |
| Vorlegen | Empfindliche Materialien müssen durch V. weicher Papiere oder anderer nachgiebiger Stoffe gegen das Verpressen geschützt werden. |
| Vorkleben | Papierblätter mit schmalem Klebstoffrand vor ein Papierblatt kleben. Zum V. gibt es Maschinen, die bei Massenarbeiten benützt werden. |
| Vorpressen | Vordrucken mit Schriften und Gravuren usw. Einen leichten, blinden Vordruck auf zu pressendes Material machen, damit die Begrenzung der Druckfläche beim späteren Vergolden erkennbar wir. Bei den heute selten angewendeten Farbdrucken wird vorgepresst, um einen glatten Untergrund für den nachfolgenden Farbdruck zu bekommen, bei aufzuklebenden Schildern, um eine vertiefte Fläche zu schaffen, beim Einrichten in der Vergoldepresse, um die Unterlage justieren zu können. |
| Vorrichten | Heftfertigmachen von Büchern durch Auseinandernehmen -Ausreißen- von Broschüren, Entfernen von Klammern bei Zeitschriften, Ankleben von Bildertafeln und Karten. Auch das Entfernen von Inseraten, Verstärken schwacher Falzbrüche durch Einkleben von Papier- oder Gewebestreifen und das Beseitigen von Eselsohren wird mit V. bezeichnet. "Zum Heften fertigmachen". Dazu gehören das Einpressen der Buchblöcke, das Vorsatz anfertigen, >Kollationieren und evtl. das Einsägen der Buchblockrücken. Die Vorrichtestation Präfalz von Schmedt in Hamburg, ermöglicht das Anbringen von Heftstreifen zum Wiedereinbinden. |
| Vorsatz | Auch Vorsatzpapier. Das dem Buch vorgesetzte Papier. Meist Doppelblätter, von denen eine Seite auf die Deckelinnenpappe geklebt und "Spiegel" genannt wird. Das freie, vor und nach dem Text befindliche Blatt, wird "fliegendes Blatt" genannt. Es kann vorgeklebt, um die erste und letzte Lage gelegt oder umgehängt sein. Üblich ist das vorgeklebte V. Bessere V. können aus mehreren Blättern bestehen und werden dann vorgeheftet, sie können sichtbare Leder- oder Gewebefälze bekommen, sind aber üblicherweise mit einem Gewebestreifen um den Falz verstärkt. Bei Verlagsvorsätzen übernimmt die auf die Vorsätze reichende Heftgaze die Vorsatzverstärkung. Bei besten Handeinbänden können die V. aus Seide, Leder oder Pergament bestehen. V. haben in erster Linie eine Schutzfunktion. Lithographierte V., wie sie vor 1914 üblich waren, heißen "Leipziger Vorsätze". Brokatvorsätze sind Firnisbronzepapiere, seltener mit Schlagmetall belegt. Bei farbigem V. wird das "fliegende Blatt" auf vakate, weiße Vorsatzblätter geklebt. Vorsatzpapiere sind meist zwischen 80-120 g/m² schwer, holzfrei und wurden vor 1914 auch marmoriert, wobei V. und Buchschnitte das gleiche Marmormuster hatten. Das von Ignatz Wiemeler weiterentwickelte "Zwickzack-Vorsatz" wird nur bei besten Franzbänden angewendet. Es hat im Bruch (Falz) eine verdeckte Falte, die sich beim Öffnen hebt und die Spannung im Gelenk vermindert. |
| Vorschneiden | Erfolg bei gerundeten Buchblöcken vor dem Beschneiden, um an den oberen überhängenden Blättern ein "Ausreißen" zu verhindern. Unüblich geworden, die Buchblöcke werden jetzt ungerundet beschnitten. |
| Vorschriften | für Bibliothekseinbände des "Vereins deutscher Bibliothekare" vom 8.6.1911 schreiben Mindestbedingungen für das Ledergerben und -färben, die Anforderungen an Einbandgewebe usw. vor. Mehrfach erweitert, auch auf die Bindetechniken bezogen. |
| Vorstechnadeln | Bei Buch-Fadenheftmaschinen im Auflegesattel untergebracht, sollen den empfindlichen Heft- und Hakennadeln das Einschlüpfen in die zu heftenden Lagen erleichtern. |
| Vorwort | Einführung in ein Werk; entweder vom Verfasser oder von einem sachverständigen Dritten geschrieben. In selteneren Fällen wird es dem Text als "Nachwort" angehängt. Romane und ähnliche Literatur bekommt selten ein V. vorangesetzt, eher eine Widmung. |
| Vorzugsausgabe | Auf besseres Papier als das in größerer Auflage erschienene Werk gedruckt. Oft nummeriert und gelegentlich vom Verfasser signiert. |
| Vulgata | (lat.) .Lateinische Bibelübersetzung, die auf die ältere lateinische Bibelübersetzung, die "Itala" zurückgeht. |
| Vulkanfiber | Aus Zellulose und oft auch aus Hadern bestehendes Papier, das nach dem Tränken mit Chlor, Zink- oder Schwefelsäure zu einer homogenen Masse wird, die sich für Kofferpappe und andere hoch beanspruchte Teile eignet. In der Buchbinderei kaum verarbeitet. |
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