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| Madras-Gerbung | Gerbungsart ostindischer Schaf- und Ziegenfelle, die in Madras mit Myrobalanen oder Kassiarinde vorgegerbt sind. Da die M. schädlich ist, werden diese in Europa mit Sumach nachgegerbt. |
| Mager anschmieren | Fachausdruck für nicht fett oder dick, Klebstoff auftragen. |
| Magere Schriften | Drucktypen, deren Schriftbild feiner als normal geschnitten ist. M. erleichtern das Handvergolden, sehen aber auf groben ;Materialien unscheinbar aus. |
| Magnesia | Auch Talkerde oder Magnesiumoxyd genannt. Ein voluminöses, leichtes, weißes Pulver. In der Buchbinderei als Saugpulver beim Entfernen von >Fettflecken verwendet. |
| Magnus, Albert | Berühmter holländischer Buchbinder und Buchdrucker. Sohn des am 26.12.1610 getauften Hendriksz Magnus aus Amsterdam. Der bedeutende M. gehört in die Reihe der Koburger, Elzevir u.a. Nach ihm wurde die holländische Fachzeitschrift "Magnus" genannt. |
| Mainzer Presse | Von dem Grafiker Kleukens 1927 gegründete Privatpresse in Mainz. |
| Maioli, Thomas | Wurde auch Thomas Mahieu genannt. Er war von 1549 - 1560 Sekretär der Katharina von Medici und später Schatzmeister von Frankreich. Als berühmter Bücherliebhaber ließ er seine Bücher oft mit dem Deckelaufdruck "Thomas Maioli et amicorum" versehen |
| Majuskeln | Großbuchstaben, Versalien. |
| Makulatur | Bezeichnung für schadhaft gewordenen Bücher, Druckbogen und unbrauchbare Papierbogen; Altpapier. |
| Makulaturforschung | Auswertung von alten beim Einbinden in den Einbanddecken gefundener alter Drucke und Handschriften. Sie werden bei gelegentlichem Umbinden unter dem Leder- oder Pergamentrücken, unter Vorsatzspiegeln und in geklebten Pappen gefunden. Heute auch Ausdruck für nicht mehr benutzte oder nutzbare Druckbogen, alte Akten und Bücher die aussortiert werden. |
| Manilapapier | >Tauenpapier. |
| Mansfield, Edgar | (* 11.2.1907). Grafiker und Bildhauer, der der erstarrten britischen Bindekunst neue Impulse gab. M war Fachlehrer an der "London School of Printing" Er schuf Aufsehen erregende, moderne Einbanddekorationen und gründete eine englische Kunstbuchbindervereinigung: die FRSA. M. ist MDE-Mitglied und lebt als Bildhauer in Neuseeland. |
| Manual | (lat.). Hand-., Geschäfts- und Tagebuch. Auch Klaviatur der Orgel. |
| Manuskript | (lat.). Handschrift, auch Druck- bzw. Setzvorlage genannt. Wenn das M. bereits gedruckt oder maschinengeschrieben vorliegt, sollte es als "Typoscript" bezeichnet werden. M. werden jedoch heute auch Textdateien genannt, die als Druckvorlagen benutzt werden. |
| Manutius, Aldus | (/* 119 , + 1515). Bedeutender Drucker der Frühzeit. M. war ursprünglich Buchbinder, bevorzugte kleine Buchformate, achtete auf gute Typografie und brachte die erste brauchbare Kursive heraus. Seine Bücher werden "Aldinen" genannt. |
| Mappe | Aufbewahrungshülle in einfacher Form aus zwei Pappendeckeln und beliebig breitem Geweberücken bestehen. Die M. lässt such mit Ecken, Klappen und Bindebändern verbessern, in der Luxusausführung als "Adresse" bekannt. |
| Mappenbänder | Bänder zum verbinden zweier Pappendeckeln zu einer Mappe, in verschiedenen Farben und Breiten. |
| Mappengummis | Gummischüre mit oder ohne Splinte zum Verschließen von Mappen. |
| Marginalien | Randbemerkungen. In der Buchbinderei angebrachte "Ohren" am Vorderschnitt aus Karton, Gewebe oder Pergamentzungen bestehend. Sie sollen das Auffinden bestimmter Buchabschnitte erleichtern. Bei Druckwerken sind M. Hinweise am Vorderschnitt, außerhalb des Druckspiegels eingedruckt. M. sind auch handschriftliche Notizen auf den Papioerrändern. |
| Marmorpapier | Buntpapiere und Pappen, die die Aderung von Marmorsteinen nachahmen. Die Technik kommt aus dem Orient. Mit Ausnahme gedruckter, billiger M., eine handwerkliche Technik. Das erste deutsche Lehrbuch schrieb Joh. Kunkel 1674. Jos. Halfer aus Budapest und Jos. Hauptmann aus Gera lehrten die Galle-Tunkpapiertechnik zwischen dem 19. und 20.Jh. in Kursen, schrieben dazu Fachbücher und rieben die zum Marmorieren benötigten Körperfarben zum Verkauf selbst an. Die Meister des vorletzten Jh. beherrschten die Marmoriertechnik ohne Ausnahme. In England marmoriert noch Cockerell hauptberuflich, in Frankreich tun das noch viele Buchbinder, weil die französischen Kunden Marmorpapiere verlangen. Die Aschaffenburger Buntpapierfabrik führte in der ersten Hälfte des 19.Jh. das fabrikmäßige Marmorieren ein. Technik: Aus einem Schleimgrund auf Gummiträger oder isländischem Moos werden mit Ochsengalle versetze Körperfarben gespritzt, die sich auf dem Grund ausdehnen und mit Holzstift und Marmorierkamm zu Mustern verzogen werden können. Mit Alaunwasser bestrichene Papierbogen werden auf den Farbenteppich gelegt und mit den Farben abgehoben. Es gibt Griechisch-, Türkisch-, Französisch-, Stein-, Achat-, Pfauen-, Bukett- und Kamm-Marmorpapiere. Kleister-, Kibitz- und Rieselmarmorpapier werden mit farbigem Kleister bestrichen und nicht getunkt. Maschinell hergestellte M. wird mit Säuretropfen behandelt. Neulandmarmor wird ein billiges Papier genannt, das aber keine Marmorähnlichkeit mehr besitzt. |
| Marmorierzubehör | Um Marmorpapiere herzustellen, gibt es im Handel Marmorierfarben, -wannen, -kämme, -stifte und Marmoriergrund. Teilweise auch als Set erhältlich. |
| Maroquin | (frz.). Kapziegenleder mit besonders großem, festem Narben. Edelstes, mit Sumach gegerbtes Leder in großen Fellen. M.-poli: grobnarbiges M., M-ecrasé: Kapziegenleder mit geglättetem Narben. Der vorher durch >Krispeln, einer Art Walken hervor gehobe Narben, wird durch Bügeln mit Glasrollen ecrasiert, dunkler, der Grund zwischen den Narben bleibt in der Originalfarbe. Bei sehr dicken Kapziegenledern wird das Zurückgehen des Narben nach dem Krispeln aus "levantieren" genannt, durch maschinelles Abschälen der Aasseite unterbunden. Das Abschälen wird Ausfalzen genannt. |
| Maschinen | In der Buchbinderei verwendete M. sind Abstanz-, Anschmier-, Anreibe, Bohr-, Biege-, Buchrückenrunde-, Decken, Draht-, Fadenheft-. Einbrenn-, Einhänge-, Einkerb- Einschlag-, Eckenabstoß-, Eckeneinzieh-, Falz-, Goldabkehr-, (selten) Kalikoschneid-, Kaschier-, Klebebindemaschinen, Kreisscheren, andere zum Pappenabschrägen, Öseneindrücken, Pappenscheren, Prägen, Pressen, Paginier- und Perforiermaschinen, M. zum Registerausstanzen, zum Rändeln, Fälzeln, Stanzen, Schnittvergolden, Vergoldepressen usw. Großbetriebe benutzten automatisch arbeitende M. wie Zusammentrage-, Büchereinpack-, Folienschweißmaschinen sowie automatische Fertigungsanlagen in denen mehrere Arbeitsgänge zusammengefasst sind. |
| Maschinenglatt | Bezeichnung für ein Papier, as ohne jede weitere Nachbehandlung von der Papiermaschine abgenommen wird. |
| Maschinenheftzwirn | maschinennutzbarer Heftzwirn aus einem Baumwoll-Kunstfaser-Gemisch für Heftmaschinen. |
| Maschinenpapier | Auf einer Papiermaschinen hergestelltes Papier, im Gegensatz zum "handgeschöpften Büttenpapier". |
| Maschinenpappe | Im Gegensatz zur Handpappe, wird die Pappe auf Langsiebmaschinen in einem Arbeitsgang hergestellt und kann deshalb nur bis z einer Dicke von 1,5 mm gearbeitet werden. Dickere M. werden zusammengeklebt. |
| Maserpapier | Heute maschinell hergestelltes, einfarbiges Kleisterpapier mit engen Längsstreifen, fast immer geglättet. M. wurde für Pappbände und billige Schulbücher zum Überziehen verwendet. |
| Massoverfahren | Klebebindung ohne Blätterauffächerung. Die Druckbogenrücken werden mit einem gerieften Messer abgeschnitten, in der so gewonnenen längeren Schnittfläche kann sich der Klebstoff besser verankern. Erfinder: Hans Massone, Hersteller der Messer und Inhaber des Patents: Garschagen. Das M. hat sich nicht durchgesetzt. Dennoch werden auch heute noch die Buchrücken gefräst oder genutet, um die Klebefläche für den Leim zu vergrößern. |
| Mastix | Harz, das aus der baumartigen Form von Pistacia Contiscus, auf der Insel Chios, hergestellt wird. Verwendung bei der Lackherstellung. |
| Mater | (lat.) In der Stereotypie mit Blei auszugießende Spezialpappe für eine Druckplatte, in die vorher Satz. oder Strichätzungen eingeprägt wurden. |
| Matritze | (lat.).Mutterform. Besonders beim Prägen reliefartiger Formen zu finden. Die erhaben gearbeitete Gegendruckform, fälschlich als M. bezeichnet, ist eine "Patrize". Sie wird aus Pappe und aus in der Pressenhitze hart werdendem Matrizenpulver vom Buchbinder selbst hergestellt. |
| Mattgewebe | Einseitig appretiertes, farbiges Baum- oder Zellstoffgewebe, das auf der Außenseite die Webfäden erkennen lässt. Sammelname für alle ähnlich hergestellten Bucheinbandgewebe. M. ist das am häufigsten verwendete moderne Einbandgewebe für Verlagsbücher, verschmutzt aber leicht. M. werden in Leinwandbindung hergestellt, auch das als Rohleinen bezeichnete "Rohgewebe" aus ungefärbten Baumwollzwirnen. |
| Matthews, William | (* 29.3.1822, + 1901). Ausgezeichneter Handbuchbinder und Vergolder. Wanderte 1843 nach New York aus, nahm bei Appleton eine leitende Stellung ein bevor er sich dort 1854 selbständig machte. M. war einer der ersten Buchbinder, der in Amerika erstklassige Arbeit lieferte. |
| Matt-Kunstdruckpapier | Papier, dessen Oberfläche mit matt erscheinendem Aufstrich versehen ist. |
| Maquette | Im grafischen Gewerbe auf deutsch Umbruch, im Französischen M. und im Englischen Layout genannt. In der Buchbinderei ist die M. die "Pause" der rein gezeichnete Entwurf für den Handvergolder, der in Frankreich auch "Tracage" genannt wird. |
| Mausern | Fehlerhafte Vergoldung, die wie von Mäusezähnen angefressen aussieht. |
| Max-Hettler-Stiftung | Nach dem Tode des Verlegers Max H. am 19.3.1969 ging die Verlagsbibliothek des "Buchbinder-Verlages" in Stuttgart als Stiftung des Verlagskäufers Engelbrecht-Hannover, an das "Gutenberg-Museum" in Mainz. Sie enthält Zimelien, kann aber nur in Mainz benutzt werden. |
| Maximiliangesellschaft | 1911 in Berlin gegründete Vereinigung von Bücherfreunden. 1946 nach Hamburg verlegt. |
| MDE | (Meister der Einbandkunst, internationale Vereinigung e.V.). Parallelorganisation zum JKB (Jakob-Krause-Bund), eine Vereinigung von Kunstbuchbindern. AM 28.1.1923 in Leipzig gegründet, 1937 aufgelöst. Wiedergründung am 8.6.1951 in Düsseldorf. Vorsitzender Hugo F. Wagner bis 1955. 1955-1957 Werner Bleyl, 1957-1967 Hans Zieher, danach Gotthilf Kurz. Heute Hans-Peter Fröhlich. Der MDE veranstaltet Ausstellungen mit Arbeitswochen und gibt "Studienblätter" aus dem Gebiet der Buchbinderei heraus. |
| Mearne, Samuel | (+ 1683). Hofbuchbinder Karl II. von England. M. verwendete mit Vorliebe rotes Leder, erfand den Cottage- und Allover-Stil. |
| Mechaniken | Konstruktion aus gebogenen Drahtbügeln, die sich über Federdruck öffnen und schließen lassen. M. werden in Aktenordner, Mappen etc. eingenietet um Einzelblätter, die vorher gelocht werden zusammen zu halten. Die M. gibt es mit 2, 3, 4 oder mehr Bügeln in Ring-, Rechteck- oder D-Form, mit verschiedenen Füllhöhen. Die Blätter werden durch einen sog. Niederhalter aus Draht oder einen Tipp- bzw. Bügelklemmer festgehalten. |
| Median | (alt.). Altes Papierformat 48 x 64 cm. |
| Mediaeval | (lat.) Bezeichnung für die im 18.Jh. geschnittenen Schriftform der Antiqua mit verlaufenden Schwellungen. |
| Meir, Jafe | Wandernder Lederschnittkünstler des 15.Jh. |
| Menninge | Minium, Bleimenninge, Bleizinnober. M. ist ein Bleioxyd, ein lockeres, lebhaft rotes wasserunlösliches Pulver. Die mittelalterlichen Buchmaler (Miniatoren) benutzten M. Als rostschützender Grundanstrich wird M. verwendet und zur Herstellung von Glasuren. |
| Mergenthaler, Ottmar | (* 11.5.1854, + 20.10.1899). Erfinder der Zeilensetz- und Gießmaschine "Linotype". |
| Messer | Der Buchbinder verwendet neben den Arbeitsmessern, wie. dem Buchbinder-, Ritzer-, und dem Papiermesser, "Passepartoutmesser", "Schnitzer" zum Pappeschneiden und "Lederschärfmesser" mit denen Leder an den Rändern und Fälzen verdünnt wird. Schärfmesser unterscheiden sich in den Formen und in der Handhabung. Üblich sind "Wiener-, Offenbacher-, Geraer- und Pariser-Schärfmesser. Das "Pariser-Schärfmesser" aus einer dicken Hobelklinge bestehend, ist ein Stoßmesser, die anderen sind zum ziehende Lederschärfen besser geeignet. Darüber hinaus gibt es auch noch Trennmesser für Formularsätze, Vergoldemesser, Skalpelle, Cutter etc. |
| Messingschrift | Lettern zum Titeldrucken aus Messing oder Rotguß (Bronze). M. wird in der Buchbinderei trotz des hohen Preises zum Drucken bevorzugt, weil sich die Lettern wenig abnutzen. 6,6 mm hohe Typen werden zum Prägen in der Vergoldepresse für Massenarbeiten benutzt. Nach 1945 werden zum Prägen 23,56 mm hohe Lettern, statt der üblichen 26 mm hohen, vorgezogenen, weil sie sich mit Bleilettern mischen lassen und in speziell zum Titeldrucken konstruierten Kleinprägepressen wie z.B. die "Prägnant" der Firma Schmedt, benutzt werden können Ein Satz M. umfasst 200 Typen ohne Zahlen. Versalschriften umfassen nur 100 davon. Diese zum Arbeiten zu knappe Bestückung führt zur Bestellung von Doppelsätzen. |
| Metallecken | >Buchecken, Schmuckecken, >Kantenschoner, aus Metall bestehende Konfektionierartikel zum Schutz von Buch-, Seiten- oder Kartonecken. |
| Metallpapier | wurde ursprünglich durch Bestäuben einer Papierbahn mit metallischem Pulver hergestellt. M. kann auch durch Kaschieren mit gefärbter Aluminiumfolie oder galvanischem Wege hergestellt werden. Echtes, goldenes M. wird kaum noch hergestellt, es wird in der Art von Goldschnitten mit Blattgold auf Bolusgrund belegt und geglättet. |
| Metallsplinte | Splinte, die zumeist mit Fäden aus Gummi oder Zwirn konfektioniert sind, werden als Verschluss für Mappen und Bücher benutzt. |
| Metallwaren | alle Konfektionierartikel aus Metall, die von Buchbindern an Büchern verarbeitet werden: Buchecken, Griffe, Schlösser, Schließen, Knöpfe, Magnetverschlüsse, Haken, Schutzkanten und -ringe, Ösen, Buchschrauben, Stifte, Halter für Kugelschreiber, Klemmen, Mechaniken, Etikettenrahmen, Zettelklemmen, Plattenschrauben, Heftringe, Kugelketten etc. |
| Methylcellulose | Zelluloseabkömmling. In der Buchbinderei wird M. als Kaschierklebstoff, als Schleimgrund zum Marmorieren sowie zum Nachleimen "gebadeter" restaurierter Papiere, verwendet. |
| Meuser, Kaspar | (* in Suhl, + 1593). Gehilfe Jakob Krauses von 1574 -1577. Von 1577 - 1578 Arbeit in eigener Werkstatt. Dann Ernennung zum zweiten Hofbuchbinder in Dresden. 1581 Weigerung der Dresdner Innung, Meuser als Meister anzuerkennen. Rescript des Kurfürsten, 23.10.1583 Bürgereid. |
| Michel, gen. Marius | Vater und Sohn. Jean Henri Francois, Pariser Kunstbuchbinder. Jean von 1821 - 1890, Henri von 1846 - 1925. Der Sohn war bedeutender als sein Vater. Beide schrieben Fachbücher über den französischen Einband. |
| Millimeterband | Vom dänischen Buchbinder Henrik Park eingeführter Handeinband, dessen Deckel vom Rücken nur wenige Millimeter abgesetzt sind. Der M. wird mit ausgeschärftem Leder bezogen, muss sehr exakt gearbeitet werden und ist eine Art Bradelband. |
| Miniator | Buchmaler, Illuminator, Kleinmaler. Der M. malte in mittelalterlichen Büchern in freigelassenen Textstellen Bilder. Ehe der "Rubrikator" das Ausmalen der Kapitelüberschriften und Anfangsbuchstaben übernehmen war auch diese Arbeit Aufgabe des M. |
| Miniaturausgabe | Kleinformatiges Buch. |
| Minimum | (lat.). Kleinste, von Schriftgießereien abgegebene Letternmenge. Buchbinder kommen mit einem halben M. aus. |
| Minium | >Menninge. |
| Minuskel | Gemeiner oder Kleinbuchstabe |
| Mipolam | Ein geschütztes Kunstwort. M. ist ein Kunststoff , der als Mischpolymerisat von Vinylchlorid und Acrylsäureestern entwickelt wurde. Mit Weichmacherzusätzen behandelt, wird M. gummiartig weich und für PVC-Folien verwendet. |
| Missale | Messbuch in der katholischen Kirche mit 96 Punkt großen Buchstaben. Missal: Schriftgrad in Deutschland. Kleine M. 48 Punkt, grobe M. 60 Punkt. |
| Mitscherlich, Alexander | (* 1836, + 1918). Professor der Chemie, erfand das Verfahren der Zellstoffgewinnung aus Holz durch Kochen in einer Lösung von doppelschwefligem Kalk in überschüssiger schwefliger Säure. M. ist der Begründer der Zellstoffindustrie. |
| Mittel | Schriftgrad von 14 Punkt Kegelstärke. |
| Mittelfein | Mittelfeine Papiere enthalten einen prozentual verschiedenen Holzschliffzusatz. |
| Mittelsteg | Bei der Druckform des 16Seitigen Bogens der inmitten der Schmalseite liegende Steg. Leerraum der beim Druckbogen die Kopfseiten der Kolumnen voneinander trennt. |
| Modeldruck | Holzformendruck, dem Langholztafeldruck verwandt, aber speziell zum Mustern von Geweben und Papieren verwendet. M. werden auch die Druckformen genannt, deren Muster aus Messingband oder Messingstiften besteht. |
| Moessner, Gustav | (* 25.10.1903) 1918 - 1922 Lehre in Breslau, Wagnerschüler an der Kunstgewerbeschule, 1935 Übernahme der Lehrwerkstatt, gegr. 1793. 1945 ausgebombt, Vertreibung. 1947 - 1970 Schriftleiter des "Allgemeinen Anzeigers für Buchbindereien" in Stuttgart. Nebenbei Werkstattarbeiten. Mitbegründer des zweiten MDE, dessen Ehrenmitglied. Inhaber der goldenen Ehrennadel des BDBI. Bearbeiter des "Fachwissens" von Heinrich Luers, der "Werkstoffe" von Thuma, der beiden Auflagen von "Was Setzer, Drucker und Verlagshersteller von der Buchbinderei wissen müssten", der "Täglichen Buchbindereiarbeiten" und war Schriftleiter der Nachwuchszeitschrift "Das Falzbein". |
| Moirépapier | (frz.). Ausstattungspapier, dessen Oberfläche durch eng nebeneinander stehende geschweifte, eingepresste Linien das auffallende Licht in verschiedenen Winkeln zurückwirft und so einen schillernden, moiréartigen Eindruck macht. M. beim Buchdruck:; Wenn der Druckplattenraster, vorwiegend beim Farbendruck oder nach gerastertem Einfarbendruck, zu eng nebeneinander liegt und so eine moiréartigen Eindruck erweckt. |
| Moleskin | (engl.). Unappretiertes, rückseitig gerautes Baumwollgewebe großer Festigkeit. Wird vorwiegend als Geschäftsbuchüberzug verwendet. |
| Molette | (frz.). Prägewalze, die bei der Papierherstellung Muster oder Schriftzeichen in das feuchte Papier eindrückt. Die Konturen der M. sind deshalb schärfer als bei echten Wasserzeichen. |
| Molton | Doppelseitig gerautes Baumwollgewebe, wird zum Hinterkleben von Buchrücken bei Geschäftsbüchern und zum Ausfüttern von Schubern für bessere Bücher benutzt. |
| Mondage, Raymond | (* 1907, + 1973). Pariser Handvergolder, der sich 1934 selbständig machte und 1936 als bester Handvergolder Frankreichs ausgezeichnet wurde. MDE-Ehrenmitglied. |
| Monochrom | Einfarbig. Polychrom: mehrfarbig. |
| Monographie | Alleinschrift, Schrift- oder Drucksache,, in der ein einzelner Gegenstand oder eine bestimmte Persönlichkeit behandelt wird. |
| Montag, Günter | (* 16.8.1971). Wagernschüler von 1934 - 1937, arbeitete bei Gerbers in Hamburg und studierte von 1946 - 1952 an der "Hochschule für bildende Künste" in Hamburg bei Prof. Wiemeier, dessen Assistent er wurde. VOn 1952 - 1954 kommissarischer Leiter der Wiemeier-Klasse nach Wiemeiers Tod. 1956 Leiter der "Werkkunstschule" Hannover. M. der in strengem Wiemeier-Stil arbeitete, ist MDE-Mitglied und bekam 1965 den Niedersächsischen Staatspreis. |
| Monotype | Einzelbuchstabe. Einzelbuchstaben-Setzmaschine. 1897 von T. Lanston erfunden. Die Zeilensetzmaschine heißt "Linotype". |
| Monotypie | Einzelblattdruck. In der Buchbinderei ein Ölfarben-Buntpapier; Ölfarbe wird auf einen glatten Stein, eine Glasplatte oder eine andere glatte Fläche gewalzt, Papier aufgelegt und von der Rückseite her mit Holzstiften, Bleistiften oder anderen Werkzeugen bearbeitet. Die Farbe überträgt sich an diesen Stellen auf das Papier und schmilzt dabei ab. Andere Techniken, immer mit Ölfarben, sind möglich. Bekannteste Vertreterin: Eva Aschoff in Freiburg/B. |
| Morf, Friedhold | (* 1901, + 1960). Lehrer an der "Staatsschule für angewandte Kunst" in München und Hauptlehrer an der "Kunstgewerbeschule" der Stadt Zürich. MDE-Mitglied und Mitglied des schweizerischen Künstlerbunden. Schrieb "Papparbeiten" für Laien. |
| Morris, William | (* 1834, + 1896). Englischer Dichter und Kunsthandwerker, Erneuerer der Buchkunst. M. gründete 1891 die "Kelmscott Press" und arbeitete zusammen mit Walter Crane. |
| Mosaik | Zusammengesetzen kleiner, ausgeschnittener Lederteile zu Mustern. Lederauflage im Französischen. |
| Motto | Sinnspruch, Leitgedanke. Das M. wird gelegentlich dem Text eines Buches oder Buchabschnitten als Leitmotiv vorangestellt. |
| Mouton | (frz.). Leder von männlichen Schafen. |
| Mozart, Amadeus | Mozarts Ahnen warn in fünf Generationen Augsburger Buchbinder. |
| Multum | Eine andere Bezeichnung für >Molton. |
| Muschelgriffe | Griffe aus Metall für Kästen. >Metallwaren. |
| Museumskarton | säurefreier und alterungsbeständiger, beiger oder weißer Karton, mehrlagig kaschiert. |
| Musterband | Einband der die Grundlage für die anzuwendende Einbandtechnik, die anzuwendenden Farben, Materialien und Deckelgrößen abgibt. |
| Musterkarten | Auf Karton geklebte Muster von Geweben, Papiere, Leder usw. Meist in Loseblatt-Decken untergebracht, bei nicht aufgeklebten Mustern auch an einer Ecke mit einer Schraube oder Kugelkette zusammengehalten. Bei Auflagen Arbeit für Spezialbetriebe, die mit Format-Anleimwalzen arbeiten, bei Einzelanfertigung auch mit Patentgelenken fest eingebunden |
| Muten | Alter Ausdruck für etwas Begehren, z.B. die Meisterprüfung ablegen zu dürfen. |
| Myrobalanen | Ledergerbstoff, Schoten einer indischen Pflanze. |
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