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| Badier, Florimont | Französischer Vertreter des Pointilleé, des "Punktstempelstils", bei dem die Linie im Punkt aufgelöst wird; B. vergoldete die Deckelinnenseiten so reich wie die äußeren und verwendete bei seinen Einbänden mit Vorliebe einen Männerkopf mit punktiertem Umriss. |
| Bagasse | Pressrückstand bei der Verarbeitung des Zuckerrohrs, Faserrohstoff für die Papierfabrikation. |
| Ballen | Eine Norm dazu gibt es nicht. Man kann sagen, dass ein Ballen ca. 150 Kilo brutto wiegt. Die Bogenanzahl ist abhängig vom Grammgewicht und Format; auch Qualität, Volumen usw. spielen eine Rolle. |
| Ballongewebe | Besonders feinfädiges, appretiertes Baumwollgewebe mit offener Oberfläche. |
| Bandgaze | Gewebe zur Verstärkung von Buchblocks; wird auf den Rücken aufgeleimt |
| Bandhalter | Zubehör für Heftladen zum Halten der Heftfäden |
| Bandwerk | Bandähnliche Schmuckwerke auf Büchern des 16. und 17.Jh.; bei "Fanfaren" und Groliereinbänden anzutreffen; die Bandwerke wurden mit Leder ausgelegt oder mit Lackfarben ausgemalt und an den Rändern vergoldet. |
| Barsortiment | Großbuchhandlungen, die gut sortierte Lager unterhalten und diese an die Buchhändler gegen kurzfristige oder sofortige Zahlung abgeben. |
| Basane | Dünne, italienische Schafleder. |
| Basen | (Alkali, Laugen); chemische Verbindungen die "alkalisch" reagieren im Gegensatz zu Säuren; Intensität einer Lauge oder Säure lässt sich mit Indikator-Papier bestimmen, dem eine Farbskala beiliegt; die so ermittelten "pH-Werte" gehen von 1-12; 7 zeigt Neutralität an, von 7-1 reagieren saure Substanzen, von 7-12 alkalische. |
| Basils | Mit Pflanzengerbstoffen (außer Sumach) gegerbte Schafsfelle. |
| Baskerville, John | (1706-1775). Berühmter englischer Buchdrucker, Schriftschneider und Schriftgießer. |
| Basrelief | Halbrelief, von Otto Gurbat entwickelte und "Relief" genannte Technik, Papier, Gewebe, Leder und Pergament mit Pappenformen auf Einbandeckeln zu unterlegen und den Überzug plastisch herauszuarbeiten. |
| Bastardleder | Bockleder einer ostindischen Schafart, die Haare statt Wolle trägt; durch die angewendete Pflanzengerbung jedoch wenig haltbar. |
| Bastpapier | Dünnes, einseitig glattes Zellstoffpapier, auch "Zellbast" genannt, zum Einschlagen von Büchern und "Hinterkleben" von Pappen verwendet. |
| Batist | Von dem französischen Erfinder Baptiste Chambray erfundenes feinstes Leinengewebe. |
| Batikpapier | Vielfarbiges Überzugspapier, der Stoffbatik der Javaner entlehnt; auf den mit Wachs belegten Stellen kann die Farbe nicht einwirken, durchdringt jedoch die absichtlich im Wachs hergestellten Knitterstellen, um auf diese Weise Farbadern zu erzeugen. |
| Bâtonnets | (frz.) Aus dünnem Papier gerollte B. dienen beim Kapitalbestechen als Wulst, um den Seidenfäden geschlungen werden. |
| Bauchbinde | Papierstreifen mit Werbetext, wird als Umband bei neu erschienenen Büchern verwendet. |
| Bauer, Hans | Fachlehrer an der Privatfachschule von Horn & Patzelt in Gera; B. bearbeitete Thons "Kunst Bücher zu binden" in seinem "Handbuch der Buchbinderei", das mehrere Auflagen erlebte; 1899 kam sein "Katechismus der Buchbindereien" heraus. |
| Baumfalk | Buchbindermeister, der um 1890 eine Klebebindung entwickelte; in den eingesägten Buchblockrücken wurden Heftkordeln geleimt und mit erwärmten >Stecheisen eingebrannt. Waren lose Blätter zu binden, wurden sie eingepresst, am Rücken abgeraspelt, mit Glyzerin-Warmleim überfahren und mit Watte und Gewebe hinterklebt. Dieses Verfahren wurde "patentieren" genannt; diese Techniken scheiterten an dem mit der Zeit brüchig werdenden Leim. |
| Baumöl | Olivenöl, das in der Buchbinderei beim Hand. und Pressvergolden zum leichten Fetten des Vergoldegutes beim Blattgoldauftrag benutzt wurde. |
| Bauschig | Ungeglättete und ungepresste Papiere aus früheren Zeiten |
| BDBI | Bund deutscher Buchbinder-Innungen, gegründet 1880 in Dresden, Paul Adam wurde der erste Geschäftsführer, Fischer aus Dresden der erste Bundesvorsitzende. Aktueller Bundesvorsitzender nach der 125-Jahr Tagung in Bregenz/Österreich ist Herr Hartmut Köhler aus Rodgau. |
| Beardsley, Aubrey Vincent | (1872-1898); Bedeutender englischer Buchillustrator; Zeichner des Jugendstils. |
| Bedingsverkehr | Vom Buchhändler beim Verleger bezogene Bücher sind dann im B. entstanden, wenn unverkaufte Exemplare zurückgegeben werden dürfen. |
| Behmer, Markus | (*1.1.1879, + 16.9.1958). Deutscher Zeichner und Buchillustrator. Bucheinbandentwerfer, der für die Reichsdruckerei arbeitete. |
| Behrens, Peter | (1868-1940). Deutscher Architekt, Entwerfer von Druckschriften und Bucheinbänden; Direktor der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, Erneuerer der deutschen Kunstgewerbebewegung. |
| Beizen | Lösungen von Salzen, Laugen, Säuren und Farbstoffen, die die Oberflächen von Leder und Pergament durch Oxydation verfärben; Kaliumpermanganat, Soda, Pottasche, Ätzkali, Farbhölzer, Nussbaumblätter können zum Beizen benutzt werden, schädigen aber das Leder; unschädlich sind Teerfarben. |
| Beleimmaschinen | >Anleimmaschinen, >Anschmiermaschinen. |
| Belletristik | Die "Schöne Literatur"; Unterhaltungslektüre. |
| Belwe, Georg | (1872-1954). Deutscher Buchkünstler und MItbegründer der "Steglitzer Werkstatt" in Berlin, Entwerfer von Druckschriften, Leiter einer Entwurfsklasse an der "Staatlichen Akademie für Grafik und Buchgewerbe" in Leipzig. |
| Bentzien, Georg | war Mitschöpfer der ersten Klebebindemaschine, die in Europa bei Martini in Frauenfeld gebaut wurde. |
| Benzin | Feuergefährlich; wird in der Buchbinderei zum Entfernen von Fettflecken benutzt; statt B. kann auch das nicht feuergefährliche Tetrachloräthylen benutzt werden. |
| Benzol | Durch Destillation aus Steinkohlenteer gewonnenes Lösungsmittel für Harze, Öle, Fett, Kautschuk; giftig, Haut schädigend, feuergefährlich. |
| Beraufen | >Tranche ébarbée. |
| Bernhardt, Jörg | wurde 1550 Hofbuchbinder des Pfalzgrafen Otto Heinrich (Ott-Heinrich-Bibliothek in Heidelberg). |
| Beschläge | Klausuren, Schließen; Deckeschutz aus Metall, korrekt nur bei Holzdeckeln angewendet. Schließlich sollten die bauschigen Papier- und Pergamentblätter niederhalten. |
| Beschneidehobel | Hobel zum >Beschneiden |
| Beschneiden | Abschneiden von Papierrändern eines Buches; wurde bis 1770 mit dem franz. "Zungenhobel" durchgeführt, der das um 1299 erfundene deutsche "Scheibenmesser" verdrängte. Das zu beschneidende Material wurde zwischen Brettern so eingepresst, dass die Buchblätter einige Millimeter überstanden, um vom Messer erfasst werden zu können. Das Messer war in einem Schlitten aus Holz befestigt, der seinerseits in einer Führung aus Leisten lief. Das B. erfolgte Zug um Zug, "Hobeln" genannt, wobei das Tieferstellen durch Zudrehen der Hobelbalken mit einer Holzspindel erfolgte. Das winkelgerechte Einsetzen erfolgte mit dem "Holzsattel" und einem "Punktiereisen". 1836 kamen eiserne Schneidemaschinen in Deutschland auf, die das Hobelbeschneiden überflüssig machten (>Buchschnitt). |
| Beschnitt | Bei Büchern das Wegschneiden ungleicher Papierränder. Im früheren Mittelalter mit einem Stechbeitel vorgenommen, danach mit dem "Schneidhobel". Die Schneidemaschine ersetzte den Hobel. |
| Beschreibbarkeit | Widerstand eines Papiers, der beim Auslaufen und Durchschlagen einer Tinte entgegengesetzt wird. Wird die Tinte zu stark vom Papier aufgesaugt, entsteht eine unleserliche und verschwommene Schrift. Der erforderliche Widerstand wird durch Leimen des Papiers die Tinte nicht an. Die Beschreibbarkeit wird nach DIN 53 126 beurteilt. |
| Beschwert | sind Papiere und Pappen, wenn dem Rohstoff Erden, Farben und andere "Füllstoffe" beigemischt werden; diese geben dem Material die Deckfähigkeit, auch "Opazität" genannt. |
| Beschweren | Der Buchbinder beschwert seine Bücher, damit kein Staub in sie eindringt und halbfertige Einbände sich nicht verziehen können. |
| Bestechen | Ehe das Bücherbeschneiden aufkam, wurden beim Heften an >"Kopf und Schwanz" eines Buches, aufgespannte Heftkordeln mit umschlungen; das Bestechen ist eine Vortäuschung dieser alten Technik; Bestechen der >Kapitale mit Seidenfäden; Handarbeit nur bei guten Büchern angewendet; maschinell gewebte Kapitalbänder werden angeklebt und sind nur eine Kapitalverzierung. |
| Bestseller | Bücher mit großem Publikumserfolg. |
| Betrug-Lexikon | Von Paul Georg Hönn verfasste Anprangerung betrügerischer Machenschaften von Buchbindern und anderen Handwerkern; 1721 erschien die 2. Auflage. |
| Beutelbuch | Buch das früher von den Mönchen am Gürtel getragen wurde. |
| Bibeldruckpapier | Hochwertiges, festes, dünnes, opakes, feinstes holzfreies Druckpapier, zwischen, 23 und 60 g/m² , das bei umfangreichen Werken wie Bibeln, Klassikerausgaben u.ä. verwendet wird, wenn die Buchdicken in Grenzen gehalten werden sollen >>Dünndruckpapier). Mit ebenmäßiger Oberfläche, gleichmäßiger Durchsicht, sowie einer hohen Reiß- und Falzfestigkeit. Die Farbe ist meist weiß bis gelblich. |
| Bibliographie | Bücherkunde. |
| Biblioklast | Bücherzerstörer, der um Einzelblätter zu erhalten, Bücher ausschlachtet. |
| Bibliomane | Büchernarr, Bibliomanie: krankhafte Sammelwut, die zu Bücherdiebstahl führen kann. |
| Bibliophile | Bücherliebhaber und Sammler. |
| Bibliophilie | Bücherliebhaberei, die den geistigen inneren und äußeren Wert eines Buches schätzt. |
| Bibliophile Gesellschaften | Vereinigungen von Bücherfreunden, sie geben z.T. Zeitschriften und bibliophil gedruckte Bücher in eigenen Verlagen heraus. Der "Roxburghe Club" wurde 1812 in England, die "Société des Bibliophiles" 1820 in Frankreich gegründet. Deutschland folgte 1899 mit der "Gesellschaft der Bibliophilen" in Weimar. In Hamburg entstand 1911 die "Maximilliangesellschaft". |
| Bibliothek | Büchersammlung, Gebäude der Bücherei. Die größten Bibliotheken sind meist National- oder Universitätsbibliotheken. Der Bücherbestand (in Mio. Bänden): Moskau 14,5, Washington 11, Cambridge 6,8, London und Paris je 6, Florenz 4, Prag 3,3, Leipzig 3,1, München 2,5, Berlin 2,4 und Wien 1,9. |
| Bibliotheksleinen | spezielles Gewebe aus 100% Baumwolle (RAL RG 495) z.B. Englisch Arbelave Buckram. |
| Biegemaschine | >Stauchen |
| Biegeprobe | Methode zur Ermittlung der Laufrichtung von Papier und Karton. Sie wird auch als Streifenprobe bezeichnet. Das Biegen entlang der Laufrichtung ist einfacher als das Biegen gegen die Laufrichtung. |
| Biegesteifigkeit | Wichtige Eigenschaft eines Kartons. Es ist der Widerstand, den er dem Biegen entgegensetzt. Er hängt ab vom verwendeten Rohstoff, vom Aufbau der Kartonlagen und außerdem von der Dicke (Volumen des Kartons). Die Biegesteifigkeit kann nach der Balkenmethode nach DIN 53 121 und nach dem Resonanzlängen-Verfahren DIN 52 123 gemessen werden. |
| Bienenkorb | Wasserzeichen und altes Papierformat 36 x 54 cm bei handgeschöpftem Büttenpapier. |
| Bienenwachs | für die Handheftung, mit B. werden die Heftfäden bestrichen |
| Bilderdruckpapiere | Oberbegriff für eine nicht genau definierte Qualitätskategorie beidseitig gestrichener Papiere. Sie unterscheiden sich sehr stark sowohl hinsichtlich der Stoffzusammensetzung, des Trägerpapiers, als auch des Strichauftrages, der den optisch-ästhetischen Eindruck durch Glanz., Glätte, Weiß0e und Gleichmäßigkeit vermittelt. |
| Bildpostkartenkarton | Ein- oder beidseitig gestrichener Karton von 180 bis 240 g/m". Auch einseitig hochglänzender, gussgetrichener Karton wird für den Druck von Bildpostkarten eingesetzt, wobei anschließend meist auch eine Lackierung oder eine Lackierung mit gleichzeitiger Kalandrierung vorgenommen wird. |
| Bindegeräte | Geräte und Maschinen zum Binden einfacher Mappen, z.B. >Drahtkamm- oder >Thermobindegeräte und spez. >Bindemappen |
| Bindemittel | Wichtiger Rohstoff der Papierindustrie zur Rezeptierung einer Streichfarbe für die Erzeugung von gestrichenen Papieren. Sie haben die Aufgabe, die dispergierten Pigmente miteinander zu verbinden, sie in der Streichmaschine auf die Oberfläche des Trägerpapiers zu transportieren sowie die Pigmentschicht (den Strich) auf der Oberfläche des Papiers (Streichrohpapier) fest zu verankern. In der Druckfarbenindustrie haben die Bindemittel die Aufgabe, die Farbpigmente zu umhüllen, sie vom Farbwerk der Druckmaschine auf die Oberfläche des Bedruckstoffes zu transportieren, sie dort zu verankern und der getrockneten Druckfarbe die notwendige mechanische Festigkeit zu verleihen. |
| Bindereport | Monatliches erscheinendes Fachmagazin für Buchbinderei und Druckverarbeitung, von 1887-1977 unter dem Titel "Allgemeiner Anzeiger für Buchbindereien" erschienen. |
| Biographie | Lebensbeschreibung. |
| Bischof | Wasserzeichen und altes Papierformat 36 x 54 cm bei handgeschöpftem Büttenpapier. |
| Black | Erfinder der ersten >Falzmaschine mit Messerfalz, B. stellte sie 1851 auf der Weltausstellung in London vor. |
| Blankpressen | Heißes Vordrucken eines Titelfeldes bei Verlagsbänden, Niederpressen der Narben eines Leders oder der Prägung eines Papiers durch Unachtsamkeit, so dass die getroffenen Stellen glänzend werden. |
| Blankschlagen | Beim Zusammenstellen vom Bleisatz zu Buchseiten "Umbrechen" genannt; freigehaltene Textstellen durch Einfügen nicht mitdruckenden Blindmaterials, um später Klischees oder Texte nachträglich einsetzen zu können. |
| Blasenprobe | Methode, um den Grad der Fettdichtigkeit eines Papiers durch Erhitzen zu prüfen. fettdichte Papiere werden dabei starke Blasen. |
| Blatt | Papier und Karton in ungefalztem Zustand, kleiner als Format DIN A3. Für Formate die in ungefalztem Zustand A3 und größer sind, sowie für alle Formate im ungefalzten Zustand wird im Allgemeinen der Begriff Bogen verwendet. |
| Blattgold | Mit Kupfer oder Silber legiertes Gold, das in "Zaine" gegossen, als "Planché" gewalzt und als Goldblech in "Quartiere", also Vierecke, gerissen wird. Diese werden in "Quentchen" eingelegt und mit dem "Federhammer" dünner geschlagen. Nach mehrfachem Vierteln müssen sie zwischen Goldschlägehäutchen, "Form" genannt, und mit einem 5 Pfund schweren "Setzhammer" von Hand solange "geschlagen" werden, bis das Gold soweit verdünnt ist, dass es erneut geviertelt und zwischen den Goldschlägerhäutchen weitere ausgeschlagen wird. Ein stundenlanger Vorgang. Es folgt zum Schluss das Fertigschlagen mit einem 20 Pfund schweren "Schlaghammer". Das fertige B. ist dann nur noch 8/1000 bis 11/1000 mm dick. Das auf Format geschnittene B. wird mit Ebenholzstangen in Seidenpapierbüchelchen zu je 25 Blatt gelegt und ist meist 80 x 80 mm groß. Mit Silber legiertes B. wird "Grüngold", mit Kupfer legiertes "Orangegold" genannt. Es gibt einfaches sog. Pressergold und "Doppelgold", das keine Löcher haben darf und für bessere Handvergoldungen oder zum >Goldschnittemachen benutzt wird. In der Buchbinderei wird meist 18karätiges B. verwendet. 24karätiges wird "Rosennobeldoppelgold" genannt. "Zwischengold" wird mit einem Silber- und einem Goldblatt zusammen ausgeschlagen, zum Üben benutzt. Es oxydiert mit der Zeit. Auch Silber, Platin, Aluminium und Messing lassen sich zu Blättern ausschlagen. |
| Bleichen | Farbstoffe aus dem Papierrohstoff mittels Chlorzusätzen entfernen. |
| Bleyl, Prof., Werner | Engel- und Wiermeierschüler, arbeitete bei Eva Aschoff und Frieda Thiersch. Seit 1947 Studienrat, danach Professor an der "Muthesius-Werkkunstschule", jetzt Fachhochschule, in Kiel. Von 1955 - 1957 MDE-Vorsitzender. |
| Bleistiftöse | Gewebe- oder Lederschlaufe, in die bei Notizblöcken ein Bleistift gesteckt werden kann, heute häufig aus Kunststoff oder Metall; B. an Überzügen entstehend durch schlechtes Anziehen der Einschläge; die hohl liegende Stelle wird Bleistiftöse genannt. |
| Bilddarmleder | Pergamentartige Goldschlägehaut aus Rinderblinddärmen entfettet, als Zwischenlage beim Blattgoldschlagen verwendet; der Buchrestaurator verwendet Goldschlägehäute beim Ausbessern beschädigter Pergamentblätter. |
| Blinddruck | Auf gefeuchtetes Leder drucken ohne Unterlagen von Blattgold oder Farbfolien; für den B. eigenen sich nur lohgare oder anilingefärbte Leder, weil sie Wasser saugend sind; der B. wird mit mäßig erhitzten Stempeln vorgenommen; ein mehrfaches Bedrucken der gleichen Stellen bräunt das Leder. |
| Blindmaterial | Im Buchdruck verwendetes, nicht mitdruckendes Füllmaterial. |
| Blindmuster | Blindband, Probeband; mit Auflagenpapier hergestellter Musterband, dessen Decke mit dem Auflagen-Einbandmaterial bezogen ist; das B. wird dem Besteller zur Genehmigung vorgelegt. |
| Blindpappe | "Luft" bei Pappenkästen und -dosen vor dem >"Hals"-einkleben eingesetzte schwache Pappe, um Spielraum für den Überzug zu schaffen. |
| Blindprägung | Hoch- oder Tiefprägung ohne Farbe. Meistgebrauchter Prägeeffekt in der Druckindustrie. Er wird auch als Farblosprägung bezeichnet. Für die Blindprägung wird eine Prägeplatte aus Stahl oder Messing benötigt, die die vertieft und seitenverkehrt das gewünschte Prägemotiv eingraviert, gemeißelt oder geätzt wird. Die Blindprägung erfolgt auf Buchdruckmaschinen oder speziellen Prägemaschinen. |
| Blister | Packungen aus vorgeformter, transparenter, tiefgezogener Klarsichtfolie. Sie liegt nicht hauteng auf dem Füllgut, sondern hat meist eine kantige Form bis zur Füllguthöhe. Die so genannte Blisterhaube wird mit einem vorgedruckten Deckblatt heiß versiegelt. Dafür müssen heißsiegelfähige Blisterlacke verwendet werden, da die Verschweißung bei Temepraturen von ca. 200 - 230°C erfolgt. |
| Blockbücher | Mittelalterliche Drucke, die von Langholztafeln (Holzschnittdruckstöcken) nach deren Einfärben mit einem Falzbein auf das Papier gerieben wurden; "Reibedrucke", nur einseitig bedruckt. Diese Drucke wurden mit den leer gebliebenen Papierseite zusammengefalzt und am Rücken "geblockt". |
| Blocken | Begriff für ein mehr oder weniger starkes Aneinanderhaften einer meist lackierten Auflage. Es ist eine Folgeerscheinung einer zu hohen Stapelung der Auflage oder mangelhafter Durchtrockung des Lackes. Zur Vermeidung solcher Probleme ist ein rechtzeitiges Lüften der Auflage und ein Blocktest zu empfehlen. |
| Blockhefter | >Blockheftung |
| Blockheftung | Übliche Bezeichnung für Drahtklammerheftung quer durch den Falz; bei Broschüren angewendet. Je größer der Umfang desto schwerer lassen sich Druckprodukte mit Blockheftung aufschlagen. |
| Blockieren | >Blankschlagen |
| Blockleimpressen | Geräte zum Pressen und Ableimen von Computerlisten, Blocks, Broschüren und Formularsätzen. |
| Blöße | Lederhaut. Nach dem Befreien der Ober- und Unterhaut von Unreinigkeiten wird sie B. genannt. |
| Blutlaugensalz | Gelbe und rote Kristalle, ungiftig, die zum Lederbeizen verwendet wurden. |
| Bockleder | Ziegenleder ostindischer Herkunft, aber auch verfärbte (verbrannte) deutsche Safiane werden B. genannt; hart im Griff, safiannarbig, wenig haltbar, weil mit schädlichen Pflanzengerbstoffen gegerbt - Myrobalanen, Dividivi - vorwiegend für Verlagseinbänden benutzt. |
| Bockwitz, Prof. Dr. Hans | (1884-1954). Direktor des Deutschen Buch- und Schriftmuseums in Leipzig; Verfasser bibliophiler Aufsätze und Bücher; Papiergeschichtsforscher. |
| Bodoni-Antiqua | Nach dem italienischen Buchdrucker und Schriftgießer Bodoni im 18.Jh. geschnittene Drucklettern mit starken Grund- und schwachen Querstrichen. |
| Bodoni, Giambattista | (1740-1830). Buchdrucker und Erneuerer der >Typographie; schuf eine nach ihm benannte Antiqua-Schrift. |
| Bogen | Oberbegriff für Planobogen, Rohbogen, Blankobogen und Druckbogen. Definition: Auf Format geschnittenes, dünnes, flexibles Werkstoffmaterial, meist Papier, oft auch als gefalztes Produkt (Falzbogen). |
| Bogenkalander | Kalander, die nicht eine endlose Bahn satinieren, sondern nur einzelne Bogen, die mit Hilfe von Durchfahrbügeln zugeführt werden. Es wird in der Papierindustrie unterschieden zwischen Prägekalander, Friktionskalander und Kalibrierkalander. |
| Bogensignatur | >Flattermarke. Die B. ist eine Kontrollnummer mit Kurztitel, die jeweils unter dem Satzspiegel eines gefalzten Bogens steht. Die Bogennummer wird auf der 3. Seite mit einem Stern wiederholt; Erkennungszeichen, die der Buchbinder zum >Kollationieren braucht. |
| Bogenteile | Viertelbogen sind gefalzte Blätter zu 4 Seiten, Achtelbogen 1 Blatt. |
| Bologneser Kreide | Kreide, aus dem in der Natur besonders in der Gegend von Bologna/Italien vorkommenden Kalkstein. Nach mehrmaligem Schlämmen entsteht ein sehr feinkörniges, reinweißes Pulver. |
| Bolus | Geschlemmte rote oder gelbliche Erde (Bolus-Polimente), die zum Goldschnitteunterfärben benutzt wird; in der Schriftmalerei auch zum Unterlegen von Goldbuchstaben verwendet. |
| Bollert, Martin | (1877-1969). Bis 1937 Direktor der "Sächsischen Landesbibliothek". Einbandforscher. |
| Bondpapiere | Sammelbegriff für Bankpostpapiere und Hartpostpapiere. |
| Bonet, Paul | (* 15.2.1889, + 3.3.1971). Bedeutendster französischer Einbandgestalter, in der Mitte des 20.Jh. |
| Books on demand | Begriff für die Buchherstellung auf Anfrage. Es wird nicht eine feste Auflage gedruckt, sondern vielmehr einzeln oder entsprechend der eingehenden Bestellungen. |
| Borgis | Schriftgrad von 9 Punkt Kegelstärke. |
| "Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" | Organ des Deutschen Buchhandels, gegründet 1834. |
| Bouquinisten | Antiquariatsbuchhändler in Paris am Ufer der Seine. |
| Brade | Verfasser eines deutschen Buchbinderlehrbuches, später von Bauer und Kersten überarbeitet, frühere Auflagen sind Fundgruben alter Techniken. |
| Bradel, Alexis Pierre | Französischer Buchbinder, der 1722 die Meisterprüfung ablegte. Er entwickelte die einfachere Technik der "Cartonnage á la Bradel", die einen Kopfgoldschnitt mit bestochenen Kapitalen erhielt und nach weiteren Vereinfachungen Vorläufer der Bücher mit >"gebrochenem Rücken" wurde. Seine "Cartonnagen" wurden in Deutschland um 1870 bekannt. |
| Braunholzpapier | Auch Braunschliff, aus Fichten- und/oder Kiefernholz durch Kochen oder Dämpfen mechanisch hergestellter Holzstoff (Holzschliff), aus dem hauptsächlich - in Verbindung mit Sekundärfasern aus Altpapier - Packpapiere und Pappen hergestellt werden. |
| Brautkranzkästen | Überzogene Pappekästen mit Glasscheibe und innerer Spiegelauskleidung für einen Brautkranz; bis 1930 in ländlichen Gegenden zu finden. |
| Brechen im Falz | Mangelerscheinung eines gefalzten Druckproduktes durch eine starke Versprödung des Papiers in Verbindung mit einem Feuchtigkeitsverlust im Heatset-Rollenoffsetdruck. |
| Brehmer, Hugo u. August | Erfinder der Drahtheft-Technologie vor 125 Jahren. Sie gründeten 1879 eine Fabrik zur Herstellung von Drahtheftmaschinen in Leipzig. |
| Breitbahn | Bei B. läuft die Faser im Papierbogen parallel mit der kürzeren Seite. Gegenteil: >Schmalbahn. |
| Bremer Presse | 1911 von Dr. Wiegand und L. Wolde in Bremen gegründete Privatpresse - Offizin -, die textlich und technisch beste Bücher herausbrachte; sie erlosch 1934. Frieda Thiersch war Buchbinderin in der B. |
| Bretter | Zum Einpressen von Büchern werden B. aus Rot- oder Weißbuchenholz benutzt; Größen 18/27 cm, 22/28 cm25/38 cm, 45/60 cm; es gibt B. mit Längs- und Queraderung (Länge- und Querbretter). |
| Briefhüllen | wurden 1840 zum ersten Mal in England angeboten; Vorläufer waren gefaltete und versiegelte Briefbogen. |
| Brillant | Viertelcicero; Schriftgrad von 3 Punkt Kegelstärke; kleinster Schriftgrad. |
| Bristolkarton M2b | Mehrfach geklebter, beidseitig holzfrei gedeckter hochweißer Karton mit feiner Einlage. Kann in jeder Technik bedruckt und verarbeitet werden. Farbe, Oberfläche, Gewichte: hochweiß, glatt, 246, 277, 308, 369, 492, 615, 738, 924 g/m². Anwendungsbereiche: Displays, Aufstellplakate, Musterkarten, Tabellen, Preisschilder, Textiletiketten, Passepartouts, Broschüreneinbände etc. |
| Brokatpapier | Papier mit Blattmetall-Goldimitation und versehen mit geprägten, goldenen Ornamenten, die besonders wertvoll und festlich wirken. Das Brokatpapier ging zu Anfang des 18. Jh. aus den Werkstätten der Buntpapierhersteller hervor. |
| Bronzefolie | >Antioxydationsfolie. |
| Broschur | In einen Umschlag geklebtes, nur leicht geheftetes Buch. Die Heftung erfolgt mit Faden ohne oder mit Gazerücken, seltener mit Drahtklammern; Verbrauchsbroschuren werden fast immer klebegebunden (>Klebebindung) und in Umschläge gehängt. Englische B.: vor dem Einkleben in den Umschlag beschnitten, hat kleine überstehende Kanten; bei besseren B. bleibt der kräftige Blindumschlag unbedruckt; um ihn wird ein zweiter bedruckter Umschlag gelegt, der einen schützenden Pergamin-Umschlag erhalten kann. Französische B. mit Faden geheftet, mit Vorsätzen versehen, unbeschnitten, hat einen hohlen, am Rücken nicht angeklebten Blindumschlag, um diesen wird der bedruckte Umschlag gelegt und ein allseitig einschlagender Pergamin-Umschlag. Vorsätze werden nur an den Rändern mit Klebstoff versehen. Die französische B. hat überstehende Kanten und ist technisch gesehen ein >"Interimseinband". Die steife B. hat schwache Pappdeckel, Vorsätze, Geweberücken und Papierüberzug; sie kann kleine Vorderkanten haben und ist beschnitten. Der Buchbinder bindet Broschuren, der Buchhändler verkauft Broschuren. |
| Broschüre | Eine nicht periodisch erscheinende Publikation von fünf und nicht mehr als 48 Seiten. Im Gegensatz zum Buch braucht eine Broschüre nicht die endgültige Form haben. Sie kann später zu einem Buch umgearbeitet werden, in dem der Block anstelle des Umschlags mit einer Buchdecke versehen wird. |
| Bruchdehnung | Festigkeitseigenschaft des Papiers bei Zugbeanspruchung. Die Bruchdehnung ist auch ein Maß für die Festigkeit des Papiers bei Zugbeanspruchung. Aus Bruchwiderstand (N), flächenbezogener Masse (g/m") und Breite der Probe kann die Reißlänge berechnet werden. Die Bestimmung erfolgt nach DIN 53 112. |
| Bruchwiderstand | Kraft die benötigt wird, um einen 10 cm langen und 15 mm breiten Streifen zu zerreißen; Angabe in N (Newton) pro 15 mm Streifenbreite. |
| Brugalla, Emilio | (* 4.9.1901, + 1987). Mit 12 Jahren Buchbinderlehre in Barcelona. 1916-1921 Arbeit in Paris, Besuch von Zeichenklassen, 1931 in Barcelona selbständig. Ausgezeichneter Handvergolder, der mit seinem Bruder José und seinem Sohn Jaime zusammenarbeitet. War Ehrenmitglied im MDE. |
| Brüder vom gemeinsamen Leben | Gerhard Grote stiftet 1383 zu Denver in Holland die Bruderschaft "Brüderschaft vom gemeinsamen Leben". Die Brüder waren Prediger, Lehrer usw. und beschäftigten sich mit dem Abschreiben, Einbinden und Verkaufen von Handschriften. Für das Einbinden bestanden strenge Regeln. Deutsche Niederlassungen gab es in Köln, Frankfurt/Main und an anderen Orten. Da die Brüder von Ort zu Ort ziehend ihre Tätigkeiten ausübten, nannte man sie auch "Broeders van de Penne". |
| Buch | Die Ägypter hatten als Buch die "Papyrusrolle", die auch von den Griechen und Römern übernommen wurde. Die Assyrer und Babylonier bedienten sich der "Tontäfelchen". Mit Scharnieren verbundene Wachstäfelchen ("Dyptichen") waren die Vorformen des >"Kodex". Die ersten B. in Europa entstanden zu Anfang des 6.Jh. Sie bestanden überwiegend aus Pergament, später jedoch auch aus Papier. Die ersten geschriebenen und meist kunstvoll ausgemalten Buchtexte entstanden in Klöstern und in ihnen auch die ersten Buchbindereien. Durch die Erfindung des Letterndrucks durch Gutenberg im 15.Jh. wurden Bücher zahlreicher und billiger in der Herstellung. Die vor 1500 gedruckten B. werden "Incunabeln" oder "Wiegendrucke" genannt. Drucke aus der Zeit von 1500-1550 sind "Frühdrucke". |
| Buchbeutel | Richtiger "Beutelbuch" genannt. Der Lederüberzug umhüllte das Buch an 3 Seiten und war am Unterschnitt länger, um ihn mit einem Knopf fassen zu können, mit dem er unter den Gürtel geklemmt wurde. |
| Buchbinder | Handwerker, der das Büchereinbinden und ähnliche in sein Fach schlagende Arbeiten als Erwerb betriebt. Als erster B. gilt der Mönch Dagäus aus Irland zu Anfang des 6.Jh. Als erster deutscher B. ist der Mönch Sigibert im 7.Jh. nachweisbar. Die B. früherer Zeiten hatten viele Techniken zu beherrschen, die mit der Zeit zu Spezialberufen wurden (Portefeuiller, Lackierer, Geschäftsbuchmacher, Buntpapierhersteller, Etuisarbeiter, Kartonager usw.) |
| Buchbinder, berühmt gewordene | Der Polarforscher Amundsen, der italienische Dichter Aretino, der englische Physiker Faraday, der Gründer des "Institutes für Weltwirtschaft" in Kiel Harm, der Papyruskonservator Ibscher, der Erfinder des Stoffwebstuhles für gemusterte Gewebe Jaquard, der auch eine Netzstrickmaschine konstruierte, der Reeder Laeisz, der Orgelbauer Silbermann, der auch die ersten deutschen Hämmerklaviere baute, der Maler Schirmer, der in Karlsruhe die "Badische Kunstschule" gründete und Sutter, der "König von Kalifornien" Mozarts Ahnen seien erwähnt, sie waren fünf Generationen lang Buchbinder in Augsburg. |
| Buchbinder-Innungen | >Innungen. |
| Buchbinderlehrling | Von Dr. Hugo Ibscher im Max-Hettler-Verlag, Stuttgart, herausgegebene Nachwuchszeitschrift, die von 1927-1944 erschien. |
| Buchbinder-Museum | Nach Vorarbeiten von Heinz Petersen wurde 1962, zugleich mit der Wiedereröffnung des Mainzer Gutenberg-Museums, das B. gegründet. Ein "Verein Buchbinder-Museum" unterstützt das Anschaffen von alten buchbinderischen Kulturgütern. |
| Buchbindereimaschinen | Maschinen und Geräte für das maschinelle Fertigen von Buchdecken, Buchblocks, dem Zusammenfügen dieser Teile usw. |
| Buchbindermesser | speziell von Buchbindern genutzte Messer mit Holzgriff |
| Buchbinderschere | spezielle von Buchbindern genutzte Schere mit spitzer Schneide |
| Buchbinderpappe | 75 x 100 cm, Stärke 1 - 3,5 mm zur Herstellung Buchdecken; >Graupappe |
| Buchdecken | fertige Einbände für Bücher bestehend aus Deckelpappen, Rückeneinlage, die mit einem Überzug aus Papier, Leder, Gewebe o.a. verleimt und eingeschlagen sind. In diese Buchdecken werden die >Buchblocks eingehängt. |
| Buchdecken-Anlagewinkel | >Anlagewinkel |
| Buchdecken-Rundegerät | Gerät zur Rundung der Rückeinlage einer Buchdecke; notwendig bei abgerundeten Buchblocks z.B. PräRund von Schmedt |
| Buchdruck | Heute kaum noch praktiziertes Hochdruckverfahren. Seine Druckformen bestehen aus erhaben stehenden Druckelementen. Es konnten Hand- und Maschinensatz (Bleisatz), Ätzungen (Klischees), Stereos, Galvanos sein und auch manuell hergestellte Druckplatten wie Holz-, Blei- oder Linolschnitte. Der Buchdruck wurde im 20.Jh. fast vollständig durch das Flachdruckverfahren Offsetdruck abgelöst. |
| Buchdrucker | Handwerker, der mit eingefärbten Druckstöcken druckt. Um 1440 entstand die erste Buchdruckerei durch Gutenberg in Mainz. Es wurde im Hochdruck gearbeitet. Später kamen dann der Stein-, Offset- und Tiefdruck hinzu. Beim Buchdruck wird von erhabenen Formen und Lettern gedruckt, so dass man auch von "Hochdruck" spricht; beim Flachdruck erfolgt der Druck von Stein-, Zink- oder Aluminiumplatten; beim Offsetdruck geht der Druck über ein dazwischen geschaltetes Gummituch; beim Tiefdruck wird aus den Vertiefungen der geätzten oder geschnittenen Druckformen beim Druck, die Farbe auf das Papier übertragen. |
| Buchecken | Eckenschutz und Verzierung von Büchern, Mappen und Ordnern, aus Metall, in verschiedene Formen. (>Ecke). |
| Bucheinband | Einbände werden mit überzogenen Pappendeckeln gearbeitet; die Einbandart wird nach dem Überzugsmaterial (Bucheinbandstoff) benannt. Die Sortimentsbuchbinderei bindet Einzelbücher von Hand mit Maschinenhilfe, die Industrie- und Großbuchbinderei arbeitet fast ausschließlich mit einer Maschinenfertigung. Die Erfindung der >Klebebindung brachte eine Arbeitsvereinfachung mit sich, die in vielen Fällen die Maschinenheftung umgehen lässt. |
| Buchformate | richten sich nach den Größen der gefalzten Papierbogen; so sind Folio: 1 x, Quart: 2 x und Oktav 3 x gefalzt. |
| Buchführer | Vorläufer der Buchhändler. Drucker und Buchbinder boten nach dem 15.Jh. auf Messen Rohbogen, gelegentlich auch gebundene Bücher zum Kauf an, tauschten sie ihre Werke gegen andere, so wurde das "Verstechen" genannt. |
| Buchmuseum | In Leipzig besteht das "Deutsche Buch- und Schriftmuseum", das aus den Beständen des 1884 gegründeten "Buchgewerbemuseums" 1917 entstand; es wurde 1949 der "Deutschen Bücherei" angegliedert. Seit 1900 besteht in Mainz das Gutenberg-Museum der Druckkunst", dem am 9.5.1962 als selbständiger Teil, das "Buchbinder-Museum" angegliedert wurde. In Offenbach am Main besteht seit 1953 das "Klingspor-Museum" für moderne Buchkunst nach dem bedeutenden Schriftgießer Klingspor benannt; in Basel sind es die "Wiemeier Bücher" des Sammlers Doetsch-Benzinger; in Antwerpen wurde auf der Sammlung der Druckerfamilie Muretus-Plantin ein Buchmuseum aufgebaut, das seit 1876 von der Stadt betreut wird. Weitere Büchersammlungen befinden sich in der Nationalbibliothek in Paris, in der Königlichen Bibliothek zu Brüssel und in dem Londoner Prinz-Albert-Museum u.a. |
| Buchpflege | Maßnahmen, die Bücher vor Schäden schützen sollen, dazu gehören regelmassiges Entstauben, Vermeiden zu großer Hitze und Feuchtigkeit, Schutz vor starker Lichteinwirkung, schief stehende Bücher verziehen sich, gute Handeinbände gehören in Futterale; Ledereinbände sind mit speziellen Ölen zu nähren, Vergoldungen dürfen nicht nass abgewischt werden; Kaliko-Einbände lassen sich mit verdünntem Eiweiß auffrischen, Leder- und Pergamentseinbände mit einem Entspannungsmittel in Wasser (1:5 und schwächer) abwaschen. |
| Buchschilder | Einfache Schilder aus Papier die auf den Einband geklebt oder geleimt werden, z.B.: um das Buch mit der Hand zu beschriften (Schulbücher). |
| Buchschnitt | Die drei offenen Seiten eines Buchblocks: Kopf-, Vorder- und Unterschnitt. Um 1300 löste der "Beschneidehobel" das Bestoßen der Schnittseiten mit einem "Stechbeitel" ab; seit 1854 werden Bücher - mit seltenen Ausnahmen - maschinell beschnitten. Gegen das Vergilben und als Schmuck lassen sich die Schnittkanten mit Farbtröpfchen bespritzen: "Sprengschnitt", mit einer Blattgoldauflage versehen oder marmorähnlich marmorieren (veraltet); die Schnittflächen können mit Achatzähnen geglättet werden; Goldschnitte lassen sich unterfärben, bemalen (Untergoldschnittmalerei), ziselieren und mit einem der Buchrundung angepassten Hohlschnitt versehen; Graphitschnitte werden mit einem Graphitpulver eingerieben und geglättet; mit eingefärbten Gummiwalzen lassen sich z.B. bei Adress- und Telefonbüchern Werbetexte anbringen; Rundumfarbschnitte sind selten geworden, meist werden Bücher der Schönen Literatur nur am Kopf eingefärbt. Im Grunde genommen hat aber das Beschneiden eines Buchblocks nur den Zwecke, Falzbrüche abzuschneiden und dadurch die Blätter besser greifbar zu machen. |
| Buchschrauben | Schrauben mit denen Einzelblätter, die zuvor mit einem >Papierbohrer mit Löchern versehen wurden, zu einem Buch gebunden werden können. B. gibt es aus Kunststoff und Metall; bestehen aus Schaft- und Einschraubkopf. |
| Buckram | Steifleinen, zuerst in England hergestelltes schweres, appretiertes Leinengewebe; in Deutschland Normalgewebe, Doppelkaliko, Bibliotheksgewebe genannt; als Englisch-B., Arbelave-B. gehandelt. |
| Buckskin | Im Englischen Bockleder; die Bezeichnung wurde auf geköperten Wollstoff übertragen. |
| Bücherpapier | Holzfreies, voll geleimtes Schreibpapier, auch Bücherschreib genannt. |
| Büchertuch | Dicht gewebtes, appretiertes Baumwollgewebe für Geschäftsbucheinbände. B. aus Leinenfasern werden als "Reinleinen" bezeichnet, mit Baumwolle gemischt als "Halbleinen", Farben: grün und schwarz (Grünleinen); in Österreich als >"Gradl" bezeichnet. |
| Bücherwürmer | Meist Käfer, aber auch Staubläuse, Milben, Silberfische, Termiten usw.; sie befallen Bücher und fressen entweder die Klebstoffschichten oder die Zellulose des Papiers; mit Bücherwurm bezeichnet man auch einen Vielleser, eine "Leseratte". |
| Büge, Siegfried | (* 9.9.1917) Lehre und Akademiebesuch in Leipzig, 1943 bis 1948 Wiemelerschüler in Hamburg, 1948-1950 Mitarbeiter Eva Aschoffs in Freiburg/B., 1950 bis 1952 Fachlehrer in Reykjavik, danach Lehrtätigkeit in Freiburg/B., Tegernsee, München und Braunschweig bis 1955. In Celle selbständig. Seit 1962 MDE-Mitglied und Mitglied von Bibliophilen Gesellschaften. Exakt, bibliophil arbeitender Buchbinder, der 1973 "Der Pappband" (Hans-Christians-Verlag in Hamburg) schrieb. |
| Bügelklammern | Klammern, die mittels eines Bügels Papiere zusammenhalten, B. können auf Pappen oder Schreibbretter aufgenietet werden. |
| Bünde | Auf B. werden alle Sortimentsbücher geheftet. B. können aus Pergament- oder Lederriemen, Kordel oder Band bestehen; liegen sie erhaben auf dem Buchblockrücken, werden sie "erhabene" B. oder "echte" B. genannt; "eingesägte" B. werden in die Lagerrücken versenkt; "falsche" B. sind auf die Rückeneinlagen geklebte Leder- oder Pappenstreifen, um echte B. vorzutäuschen. |
| Bündelmaschine | Maschinen zum Bündeln von Produkten aller Art (auch von Büchern) mit beschichtetem Kraftpapier oder PP-Folie. |
| Bündelpresse | Hydraulisch betätigte, schräg liegenden Presse, mit der gefalzte Druckbogen zusammengepresst werden, damit die in ihnen befindliche Luft entweichen kann. Die B. wird auch in Falzmaschinen eingebaut. |
| Bündezange | Klemmzange, die zum Herausarbeiten erhabener Lederbünde benutzt wird; das Bündeabschnüren mit Zwirn oder Nylonfäden wird heute vorgezogen. |
| Bürstenabzug | Erster Papierabzug von einer noch nicht zugerichteten "Druckform", auch Korrekturabzug genannt; früher mit einer Bürste auf den eingefärbten Satz geklopft. |
| Bürstenfärbung | Oberflächeneinfärbung von Leder mit einer Bürste. |
| Bürstenstreichmaschine | Alte Methode zum Streichen von Kunstdruckpapier. Dabei wurde die durch eine Walze aufgetragene Streichfarbe durch rotierende Tellerbürsten später auch changierenden Bürsten egalisiert. |
| Bütte | Stoffvorratsbehälter für den dünnen, wässrigen Faserbrei, aus dem zur Herstellung handgeschöpfter Papiere mit einem Sieb geschöpft wurde. Die kreisrunde Bütte bestand aus hölzernen Dauben, die von Eisenbändern zusammengehalten wurde. Sie maß oben etwa 160cm, unten etwa 150cm lichte Weite und war 75cm tief |
| Büttenkarton | Hochwertiger Karton, früher nur von Hand geschöpft, heute meistens auf einer >Rundsiebpapiermaschine hergestellt. |
| Büttenpapier | Von Hand aus der Bütte geschöpftes Papier bester Qualität (meist 100% Hadern). Mittels eines Drahtsiebs, der Schöpfform, hebt der Meister den Papierbrei aus der Bütte und verleiht ihm durch Schütteln und Rütteln seine Bogenform. Dem Schöpfen folgt das "Umstülpen" der Siebform auf Filze, das "Gautschen" heißt. Jeder Papierbogen kam auf einen Filz. Waren 181 Filze belegt, wurde der "Pauscht" genannte Stapel ausgepresst und die Papierbogen mit 2 Klammern wie Wäsche zum endgültigen Trocknen aufgehängt. B. haben fast immer ein echtes Wasserzeichen und einen unregelmäßigen >Büttenrand.. Auf der Rundsiebpapiermaschine hergestelltes Papier wird fälschlicherweise auch als B. bezeichnet. Teilweise wird bei diesem maschinell hergestellten Papier sogar ein Büttenrand künstlich hergestellt, indem es abgespritzt, abgequetscht oder abgestanzt wird. |
| Büttenrand | Der ungleichmäßig und dünn auslaufende Rand von handgeschöpften Büttenpapieren. |
| Bugra | Abkürzung für die 1914 erstmal eröffnete Ausstellung für "Buchgewerbe und Grafik" in Leipzig. Die Ausstellung fand jährlich einmal im Herbst statt. |
| Bugra-Bütten | Büttenpapier mit starker Rippung und rauer Oberfläche für Zeichnungen, Drucke oder Bucheinbände, der Name entstand in den 20er Jahren, als das Papier auf der gleichnamigen Messe vorgestellt wurde. |
| Bundsteg | Der freie Raum im Rücken eines gefalzten Druckbogens neben dem Satzspiegel. |
| Buntpapier | wird jedes Papier genannt, das durch Färben, Streichen oder Dessinieren veredelt wurde; Kleister-, Öl-, Wisch-, Java-, Spritz- und Knitterpapiere, wobei allerdings nur die von einem Schleimgrund abgehobenen "Gallemarmorpapiere" die echten B. sind. Im Unterschied zum farbigen Papier, das während des Herstellungsprozesses in der Masse durchgefärtb wird, entsteht B. erst in einer nachfolgenden Verarbeitung (s.o.). Heute wird der Begriff B. meist nur noch sehr einseitig für die einfarbig gedruckten Bastel- oder Geschenkpapiere verwendet. |
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