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Buchbinder-Lexikon
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Abbinden Mehrfaches Umwickeln des geleimten Buchblocks mit Band oder Kordel, um ihn aus der Rundung stoßen zu können; nur bei besonderen Büchern zum vorherigen ausbeschneiden angewendet; das Umwickeln der Kapitale von Lederbänden mit einem Heftfaden, um die Kapitale formen zu können; das Verankern des Klebstoffs mit dem Material.
Abbrennen Technischer Ausdruck für das Abflammen der Rückenbeleimung auseinander zu nehmender Bücher, der Leim verliert die Bindekraft, kann abgerieben werden und erleichtert das Zerlegen eines Buches in Lagen; bis Mitte des 19.Jahrhunderts angewendet.
Abbürsten Auch > abkehren genannt, um Gold- oder Farbfolienpressungen von Rückständen zu befreien, durch Rollenfolienverwendung überholt.
Abdecktechnik Auch "Reservetechnik" genannt. Geeignetes glattes Material wird mit einer Lackabdeckung dann bemalt, wenn es nach dem Trocknen mit einer wasserlöslichen Farbe überfahren werden soll; mit einem Lacklösemittel wird danach der Lack entfernt; mit einem wasserlöslichen Abdeckmittel wie Kleister oder Dectrin erfolgt das Abdecken dann, wenn das Überfärben mit Ölfarben erfolgen soll. Eine den Stoffbatiken entlehnte Technik.
Abdeckleisten Leisten zum Abdecken von Metallzungen, mit denen gelochte Blätter auf einfache Weise gebunden werden, aus Kunststoff oder Metall, >Abheftvorrichtung
Abdeckschienen Schiene, die über Abheftvorrichtungen geschoben werden, um die Heftvorrichtung abzudecken.
Abdeckung Silikonisiertes oder geprägtes Material, das zur Lagerung des unverarbeiteten Produktes auf den Kleber kaschiert ist und vor der Verarbeitung entfernt wird.
Abdrucktest Testmethode der FORGA zur Bestimmung des Trockengrades von Druckfarbe. Dabei wird das Abdruckverhalten einer Druckprobe auf ein Konterpapier untersucht. Auf die Sandwichanordnung (Konterpapier oben) wirkt in einem modifizierten Computerplotter eine Kugelschreibermiene eine bestimmte Zeit lang mit definierter Belastung und Fahrweise ein. Anschließend wird der Konterdruck mit einem Densitometer ausgemessen, wobei der Verlauf der "Abdruckdichte" in Abhängigkeit von der Zeit für die Bewertung des Trocknungszustandes ausschlaggebend ist.
Abfallpapier Gebrauchte Papiere, die nicht dem Recycling zugeführt werden können. Sie müssen als Abfall - durch Verbrennung im Energie-Recycling, Deponierung oder Kompostierung entsorgt werden.
Abgautschen Begriff für das Abnehmen der feuchten Papierbahn vom Sieb der Papiermaschine mithilfe einer Abnahmewalze oder einer so genannten Abgautschwalze. Sie hat die Aufgabe, die Bahn an den Abnahmefilz zu übergeben.
Abglätten heißt beim Goldschnittemachen das "Fertig- oder Scharfglätten", das den Goldglanz durch Polieren der Schnitte mit einem Achatstein, dem Glättzahn hervorbringt (>Goldschnitt)
Abheftstreifen für Drahtkammbindungen, werden mir eingebunden, damit lässt sich das gebundene Werk in einen Ordner abheften.
Abheftvorrichtung Vorrichtung bestehend aus einer Metallzunge und einer Deckleiste, zum einfachen Heftung von gelochten Einzelblättern.
Abkaschieren Abreiben eingekleisterter Buchrücken nach dem "Abpressen" mit dem "Kaschiereisen" oder "Hammer", um einen überschüssigen Leimauftrag entfernen zu können, durch die Verwendung von Kunstharzleim mittlerweile überholt.
Abkehren >Abbürsten
Abkratzen Von Lagen eingebunden gewesener Bücher Leimreste entfernen, bei Kunstharzverleimung nicht möglich
Abmusterungslicht Bezeichnung für das "Normlicht" zur Betrachtung von Aufsicht- und
Ablauge Bei der Papierfabrikation anfallende Flüssigkeit, minderwertiger, schwärzlicher Klebstoff, in der Buchbinderei selten verwendet
Ablegen Aus Lettern gesetzte Wortzeilen nach dem Gebrauch in die zugehörigen Schriftfächer einordnen.
Abliegen Auch "Abschmutzen" genanntes Farbeabgeben frischer Drucke auf darüber liegende Papierbogen.
Abmusterungslicht Bezeichnung für das "Normlicht" zur Betrachtung von Aufsichts- und Durchsichtsvorlagen. Es sind die Lichtarten D 50 für die Betrachtung von Diapositiven (Durchsichtsvorlagen) und die Lichtart D 65 für Farbaufsichtsvorlagen. "D" steht für die internationale Bezeichnung "daylight" und 50 für die Farbtemperatur von 5000 Kelvin, bzw. 65 für 6500 Kelvin.
Abplatzen Klebstoff, der sich in seine Unterlage nicht verankern konnte, platz nach dem Trocknen ab. Ursache: zu mager angeschmierte Teile, zu kalter Warmleim, stark geglättetes oder fettiges, porenarmes Material, ungeeignete Klebstoffwahl.
Abpressen Herüber schlagen geleimter, gerundeter und eingepresster Buchrücken auf "Abpressbretter"; das Abpressen bewirkt eine Verfestigung des Buchrückens, soll das Zurückgehen der Rückenrundung verhindern und ist technisch nötig, um die "Rückensteigung", (> Heften) durch die übereinander liegenden Heftfäden zu verflachen; die durch das Abpressen entstehende Stufe am Rücken wird "Abpressfalz" genannt und erleichtert das Aufschlagen der Deckel, in Europa Hand-, in Amerika Maschinenarbeit. Die alten Meister kannten kein Abpressen, sie zwängten die Holzdeckel durch Anziehen der Heftbünde gegen die Rückensteigung. Verlagseinbände werden in Europa nicht abgepresst. Erfolgt heute noch mit >Abpressklammern.
Abputzen Ausputzen, abkratzen, säubern von Lagenrücken und Pressbrettern von Leimrückständen, Vergoldungen von Restgold befreien, über den Buchblock ragende Vorsätze bündig schneiden.
Abrasion Begriff aus dem Tiefdruck für mehr oder weniger starke Beschädigung der Chromschicht eines Tiefdruckzylinders durch zu harte Pigmentteilchen oder harte mikroskopisch kleine Verschmutzungen. in der Druckfarbe. Zur Ermittlung der Abrasionsbeständigkeit von Tiefdruckfarben dient der Abrasionstester System Burda.
Abrieb von Papier Prüfung des Abriebs zur Beurteilung des Widerstandes eines Papiers gegenüber mechanischen Einwirkungen. Prüfvorschrift mit dem Taber-Abriebstester nach DIN 53109. Abrieb wird bei Druckarbeiten aber auch definiert als ein Maß für die Neigung einer aufgedruckten Farbschicht, bei mechanischer Reibwirkung auf ein Substrat überzugehen.
Abscheuern der Druckfarbe Eine wichtige Eigenschaft der Druckarbeit, vor allen Dingen bei Verpackungen, ist die Scheuerfestigkeit der Druckfarbe gegenüber mechanischen Beanspruchungen. Zur Beurteilung der Scheuerfestigkeit oder auch Abriebsfestigkeit von Drucken müssen die Proben in einem Scheuerprüfgerät unter definierten Bedingungen einer Scheuerbeanspruchung unterzogen werden. Es werden heute verschiedene Scheuertestgeräte angewendet: Um Unzulänglichkeiten von Prüfbedingungen auszuschalten, sind zur Beurteilung jeweils 3 Scheuerteste herzustellen.
Abschmieren Die Übertragung von frischer Druckfarbe in Rollenoffsetmaschinen auf Wendestangen oder Falztrichter.
Abschnüren Herausarbeiten erhabener Rückenbünde bei Leder- und Pergamentrücken durch fest umgelegte Kordel. Früher wurden dabei "Abschnürbretter" benutzt; über schmale angelegte Bretter wurde die Abschnürkordel über Rücken und Bünde, Bretter und Vorderschnitt gewickelt.
Absetzen Das technisch nötige Abrücken der Buchdeckel vom Buchrücken bzw. der Rückeneinlage, damit die Deckel beim Öffnen nicht spannen; auch das Ablegen von Schriftlettern.
Absetzen der Druckfarbe Trennung von Farbstoff bzw. Pigmenten und Bindemittel bei Tiefdruck- und Flexodruckfarben; sie lösen sich aus dem Verband und fallen im Farbkasten nach unten.
Absolute Feuchtigkeit Physikalisch bezeichnet man als absolute Feuchtigkeit das Gewicht des Wasserdampfes in 1 cbm Luft (g/cbm). Jeder Temperatur ist ein maximal möglicher Feuchtigkeitsgehalt zugeordnet, der dem des Sättigungszustandes entspricht Die absolute Feuchtigkeit spielt auch bei der Papierherstellung eine wichtige Rolle. Dabei versteht man die Wassermenge in Gewichtsprozent, die im Papier vorhanden ist. Die Bestimmung erfolgt mit der so genannten Trockenschrankmethode, wobei das zu prüfende Papier bei ca, 105 °C getrocknet, und aus dem Gewicht der feuchten und der trockenen Probe der absolute Wassergehalt berechnet werden kann.
Absorption (Von lat. absorbere: aufsaugen), die Aufnahme eines Stoffes durch einen anderen. Auch Licht wird von Körpern absorbiert. Die stoffliche Absorption unterscheidet sich von der Adsorption dadurch, dass die absorbierte Substanz in das Innere des absorbierenden Körpers dringt, während sie bei der Adsorption an der Oberfläche bleibt. Durch Absorption von Feuchtigkeit durch das Papier entsteht, z.B. die gefürchtete Randwelligkeit.
Abstandshalter Bestandteil der Mikrokapselbeschichtung von selbst durchschreibenden Papieren. Es sind Partikel, die etwa 3-4 mal so groß sind wie die Mikrokapsel. Ihre Aufgabe ist der Schutz der Mikrokapsel gegen unerwünschte, vorzeitige Farbentwicklung durch unerwünschte Zerstörung der Kapseln bei unvermeidbarer Belastung des Papiers während der Herstellung, Ausrüstung, Verarbeitung in der Druckmaschine und bei späterer Verwendung. Man kann aber auch die im Offsetdruck praktizierte Puderbestäubung als Abstandshalter bezeichnen, da die einzelnen Puderkörnchen auf der frisch bedruckten Oberseite gegen das Abliegen einen Abstand zu der im Stapel darüber liegenden Bogenseite bilden.
Abstanzen wird der Vorgang genannt, bei dem die Falze von Broschüren, teilw. sogar mit den Klammern getrennt werden, um die Broschüren mit einer Klebebindung zu versehen und in einen Einband zu binden.
Abstechen wie > Punktieren
Abstechzähler Auch Papier-Abstechzähler, Gerät, mit dem auf einfache Weise Papierbogen abgezählt, "abgestochen", werden können.
Abstimmen Definition nach DIN: "Beurteilen und Angleichen von Ton- und Farbwerten zwischen Ausdruck (Proof) und Fotodruck." Vor dem Beginn des Auflagendrucks muss der Druckbogen mit dem genehmigten Andruck dem Proof oder der verbindlichen Vorlage abgestimmt werden. Diese Abstimmung bezieht sich auf Farbführung, auf die Passergenauigkeit und auf den subjektiven Gesamteindruck. Nach dem Abstimmen erfolgt bei gutem Resultat das Abzeichnen eines Abstimm-Bogens als verbindliche Vorlage für den Drucker für den gesamten Auflagendruck.
Abstoßen Buchblock und Pappenecken können abgerundet, abgestoßen werden. Unebenheiten an Brettern und Pappen werden abgestoßen; im Gebrauch abgeschürfte Materialoberflächen sind abgestoßen.
Abstoßen der Druckfarbe durch das Papier Abstoßen der Druckfarbe in Mehrfarbenmaschinen durch die im ersten Werk auf die Papieroberfläche gelangte Feuchtigkeit als Folge mangelhafter Absorption des Papiers gegenüber des im Offsetdruck verwendeten Feuchtmittels.
Abstoßen der Druckfarbe im Druck und beim Lackieren In der Regel wird unter Abstoßen das Nichtannehmen der Druckfarbe durch eine zuvor aufgedruckte und zu stark durch getrocknete Farbe verstanden. Beim Nass-in-Nass-Druck wird dagegen unter Abstoßen manchmal auch ein Nichtannehmen der Druckfarbe durch die in den ersten Werken gedruckten Farbe beobachtet. Diese Probleme werden unter dem Stichwort "Trapping" diskutiert. Bei Abstossungserscheinungen von Lackierungen durch die Druckfarbe handelt es sich um eine zu hohe Oberflächenspannung der Druckfarbe. Es sind praktisch Benetzungsschwierigkeiten.
Abstreicher Zungenartig geformte Messingfinger an Anleimmaschine, die die geschmierten Teile von der Leimwalze abheben. A. an Fadenheftmaschinen haben ein gezähntes Stahllineal, das jeden angehefteten Bogen um seine Dicke in den Hefttrog drückt.
Abtastverfahren Verfahren zur Überprüfung der Glätte von Papier. Dabei wird die Papieroberfläche mit einem Saphir abgetastet, die elektrischen Impulse mehrfach verstärkt und das Oberflächenprofil aufgezeichnet.
Abtrocknen Feuchte Farb- und Goldschnitte, kaschierte Pappen müssen vor dem Weiterverarbeiten abtrocknen.
Abwechselnd heften Heftweise, bei der mit einer Fadenlänge 2 Druckbogen geheftet werden müssen; nur bei einfachen Büchern angewendet oder wenn viele schwache Lagen geheftet werden müssen, um die Rückensteigung durch die übereinander liegenden Heftfäden zu mildern. Bereits im Mittelalter, auch beim Heften auf > echte Bünde, aus gleichen Gründen angewendet.
Abweichen Überklebungen werden mit einer Kleistersuppe abgeweicht.
Abzählen Mengenfeststellung von Papier und anderen Materialien; kann manuell und maschinell erfolgen; auch >Abstechzähler
Abziehbilderpapier Papier für die Herstellung von Abziehbildern im Offsetdruck oder Siebdruck. Es besteht aus einem holzfreien, wenig geleimten Streich-Rohpapier, das mit einem Strich von Stärke und Glyzerin sowie Dextrin bzw. Gummi Arabicum versehen ist und einer auf dieses Grundpaper aufgebrachten Kollodiumhaut. Diese wasserlösliche Schicht ermöglicht nach dem Wässern das Abschieben des in einer Kombination von Offset- und Siebdruck seitenrichtig oder seitenverkehrt gedruckten Abziehbildes.
Abziehen Das Abziehen von Messerklingen erfolgt auf feinen Wasser- oder Ölsteinen; A. von Heftgaze bei Verlagseinbänden mit Messer und Lineal, um Unsauberkeiten zu beseitigen: eine nicht mehr angewendete Technik. A. allgemein: Ausschälen von Materialeinschlägen. A. schmaler Materialstreifen von Abziehblechen oder in Klebstoff eintauchender Gummitücher. >Abziehsteine.
Abziehmarmor Ersatz für das Marmorieren von Buchschnitten im Gallenmarmor-Tauchverfahren. A. ist ein mit Kleister grundiertes Papier, das auf einem Buchschnitt gelegt, angefeuchtet, angerieben und danach abgezogen wird. Erfinder war der Buchbinder C.A. Pocher aus Nürnberg.
Abzugpapier Sehr saugfähiges Papier für Wachsschablonen-Vervielfältiger. Man findet auch die Bezeichnung "Saugpostpapier" und wird hergestellt mit und ohne Wasserzeichen.
Achatmarmor Einfarbiges, geadertes und geglättetes Buntpapier.
Achatpapier Dünne, holzfreie Papiere, die auf speziellen Maschinen mit einer Paraffinlösung getränkt werden. Dadurch kann es mit farblosen Achatstiften beschrieben werden.
Achatstein Aus der Familie der Quarze, wird für Glättzähne verwendet
Acrylat-Kleber >Polyacrylat-Klebstoff
ACS Abkürzung für Applied Color System, ein Farbrezeptursystem, das aus einem Spektralfotometer und einem Rechengerät mit Druckeinheit besteht. Damit besteht die Möglichkeit, dem Drucker verschiedene Vorschläge für das Ausmischen seiner Druckfarbe, auch aus vorhandenen Restfarben, zu machen.
Adam, Paul (*20.2.1849, + 27.7.1931). Erlernte die Buchbinderei in Breslau bei Siele; Fachlehrer und bedeutender Einbandforscher, gründete 1894 in Düsseldorf eine Privatfachschule; Mitbegründer des BDBI "Bund Deutscher Buchbinder-Innungen", des > JKB und > MDE MItglied. A. leitete das "Archiv für Buchbindereien (Knapp-Halle) von 1901 - 1920 und war einer der bedeutendsten Fachschriftsteller seiner Zeit.
Adhäsion Adhäsion ist die Kraft, die an den Berührungsflächen zweier Körper deren Zusammenhaften bewirkt. Folgende Kräfte tragen dazu bei: mechanische Adhäsion und chemische Adhäsion. Daraus folgt: Klebkraft eines Klebers ist sinngemäß die chemische Adhäsion; praktische messbar ist allerdings nur die Gesamtkraft und damit ist auch die mechanische  und physikalische Adhäsion im Messwert enthalten. Die Messung erfolgt durch die Bestimmung der sog. Schälfestigkeit. Diese wird als Kraft durch Abzug von Klebebandstreifen definierter Breite im 180° Winkel bestimmt und in Newton angegeben.
Adligat (lat.) Einbinden selbständiger Werke, z.T. als Ergänzung zur Erläuterung des Hauptwerkes oder als das Zusammenfassen dünner Broschüren in einem Band. Unterschiedliche Formate müssen am Fuß des Einbandes  bündig stehen.
Adresse Kunstvoll aufgemachte Gratulations- oder Verleihungsurkunde. A. wird auch die vom Buchbinder angefertigte lederne oder pergamentene Umhüllungs-Rolle oder -Mappe für die Urkunde genannt.
Adversaria (lat.) Das Gegenüberstehende; einer bedruckten oder beschriebenen Papierseite gegenüberstehende leere Papierseite, die für Ergänzungen gedacht ist. In der Fachsprache "durchschossen" genannt.
Affichenpapier Ein minderwertiges, holzhaltiges Maschinenpapier, das auch zum >Hinterkleben benutzt wird.
Agenda (lat.) Veralteter Name für Merkbuch oder Geschäftsbuch.
Ahle Buchbinderwerkzeug
Akzidenz auch Akzidenzdrucke, Gelegenheitsdrucksachen.
Akkord Vereinbarung, Stücklohnarbeit.
Aktendeckel zäher Karton, auch Aktendeckelkarton
Alaun Wasserlösliches weißes Pulver, schwach geleimte Papier werden mit A. zum Goldschnittemachen gefestigt. A. wird zum Gerben von weißem Schweinsleder (allaunpar) verwendet und ist unentbehrlich bei Gallemarmortunkpapieren, weil sonst die Farben vom Papier abfließen würden. Sie werden durch A. fixiert.
Albis in (lat.) In Bogen, Rohbogen, bedruckte, ungefalzte Werke, die bis in das 19.Jh. in Fässern gehandelt und versandt wurden (> aus dem Falz schlagen.
Album Buch zum Einkleben von Bildern und Mustern. Im A. müssen wegen des auftragenden Inhalts > Ausgleichsfälze eingeheftet werden oder es muss mit weichem, nachgiebigem Rücken gearbeitet sein. Die früheren Familienalben war mit > Patentfälzen und > Kulissen zum Einschieben von auf Karton aufgezogenen Fotografien ausgestattet. Zwischen den einzelnen Seiten wird häufig >Pergamypapier zum Schutz der Fotografien eingebunden.
Albumine Eiweißstoffe tierischer und pflanzlicher Herkunft; werden in der Buchbinderei hauptsächlich zum Grundieren von Goldschnitten verwendet.
Aldinen Drucke des ldus Manutius in Venedig und seiner Nachfolger. Manutius führte im 15.Jh. als erster kleine Buchformate ein, benutzte bereits Papierdeckel für seine Bücher und verwendete zum Satz eine formschöne Kursivschrift. Sein Verlagszeichen war der Anker. Die verwendeten Vergoldestempel mit Arabeskenmotiven waren neben linearen Vollstempeln auch schraffiert; sie fanden in der Renaissance breite Anwendung.
Alfapapier Wenig beschwertes, holfreies Papier, auch "Federleicht" oder "Dickdruckpapier" genannt. A. wird für umfangschwache Bücher eingesetzt. A. sollte wegen seines lockeren Papiergefüges nicht >klebegebunden werden.
Allegorie (griech.) Durch künstlerische Darstellungsformen verständlich gemachtes Gleichnis z.B. Tod als Sensenmann
Allonge (frz.) Ein unbedrucktes Blatt in Büchern an das herausklappbare Tafeln oder Karten geklebt werden.
All over Stile (engl.) >Mearne zugeschriebene Deckeldekoration des 17.Jh., bei der  die Vergoldestempel verstreut über die Deckelfläche gedruckt wurden.
Almanach Bebildertes Jahrbuch mit astronomischen Angaben. Seit 1460 als "Jahrbuch" mit Kalendarium bekannt. Die ursprünglich übliche Beigabe von astronomischen Tafeln fiel 1770 zu Gunsten literarischer weg (Musen-Almanach), Almanache großer Buchverlage.
Alphabet Nach den ersten Buchstaben des griechischen ABC: Alpha, Beta so genannt. Liste der Buchstaben einer Sprache.
Alterungs-beständigkeit Jedes Klebeband altert, d.h. es verändert seine Eigenschaften in umso stärkeren Maße, je länger es gelagert wird. Diese chemisch-physikalischen Veränderungen müssen die Brauchbarkeit des Klebebandes nicht unbedingt mindern, es gibt z.B. Kleber, die erst nach Alterung höhere Kohäsionswerte ausweisen. Allerdings sollten bei Klebebänder Veränderungen der Eigenschaften innerhalb der ersten 6 Monate nach Fertigung nicht messbar sein. Sind nach 12 Monaten keine negativen Auswirkungen messbar, spricht man von guter Alterungsbeständigkeit.
Amerika Erster amerikanischer, namentlich bekannte Buchbinder war William Matthews der in England lernte, mit 21 Jahren nach New York kam und dort 1896 starb.
Ammoniak Auch Salmiak genannt; zum Entfernen von Stempelfarbe geeignet.
Amundsen, Roald (*16.7.1872, + 1928). Gelernter Buchbinder, berühmter Polarforscher, der als erster Mensch 1911 den Südpol erreichte.
Analekten (griech.) Lesefrüchte, ausgewählte Stellen aus Werken und Dichtungen.
Anbinden Am Schluss eines Werkes Ergänzungen, Prospekte, Umschläge oder selbständige Drucke anbinden.
Andrucke Werden von neu hergestellten Druckstöcken als Musterdrucke ausgeführt.
Aneinanderhängen oder "Zusammenhängen" wird das Verbinden einzelner Papierblätter durch überlappendes Verkleben genannt.
Anepigrapha (griech.) Unbetitelte Schriften.
Anfangsklebkraft Klebkraft, die unmittelbar nach Erstellung einer Verklebung messbar ist. In der Regel erreichen Acrylate ihre höchste Klebkraft erst nach ca. 24 Stunden. Trotzdem muss die Anfangsklebkraft schon so hoch sein, dass eine gewisse Funktionalität erfüllt werden kann.
Anfasern Von Hans Heiland in Zuffenhausen 1960 entwickelte Methode brüchig gewordene Ledergelenke und -ecken durch Unterschieben gekleisterter Hanffäden wieder gebrauchsfähige zu machen. Umstrittene Restaurierungsmethode.
Angießen Ausbessern beschädigter, wertvoller Papiere durch Papierbrei.
Anhängeplatten sind bei Vergoldepressen am beheizten Kopfteil angebracht und können zum Einwalzen von Gravuren mit Farbe herausgezogen und umgeklappt werden.
Anilindruck Druck von Gummi- oder Kunststoffdruckstöcken mit Anilinfarben; auch "Flexodruck" genannt.
Ankleben Tafeln, Karten, Lesebänder usw. mit einem schmalen Klebstoffstreifen befestigen, "anhängen".
Anlage wird die Greiferkantenseite eines Druckbogen, aber auch die glatt geschnittene Seite einer Pappe dann genannt, wenn Sie als A. für Winkel- oder Folgeschnitte dienen soll; korrekt: Anschlagkante.
Anlegeklötzchen Pappen- oder Metallklötze, die auf den Tisch einer Vergoldepresse geklebt werden, um zu pressende Decken usw. anlegen zu können.
Anlegewinkel Hilfsmittel zum Ausrichten der Deckelpappen auf dem beleimten Nutzen.
Anlegen Blattgold oder andere Metalle mittels "Mixtion" einer Vergoldetinktur z.B. auf Bilderrahmen aufzutragen oder anzudrücken.
Anleimmaschinen Klebstoffauftragemaschinen, sie bestehen aus den meist beheizbaren Leimbecken, der Schöpf-, Abstreich- und den Transportwalzen, bei dem 1-Walzen-System wird die Abstreichwalze durch eine Abstreichleiste ersetzt, die den Leimauftrag reguliert; es gibt A. mit umlaufendern Gummitüchern zum "abziehen" angeschmierter Teile und beckenlose, bei denen der Klebstoff von oben aus einem Leimbehälter zwischen die nebeneinander liegenden Walzen läuft; sie haben dann meist ein angeschlossenes Fördertuch, das die angeschmierten Teile mit der Klebstoffseite nach oben auslegt; diese Maschinen sind nicht beheizbar; eine Abart der A. sind die Abziehgeräte; das Papier liegt im Stapel über einer einstellbaren Lücke des Apparate-Tisches und wird dann beim Abziehen nur an dieser Stelle beleimt. Streifenbeleimung; Düsenbeleimung: vorbeigehendes Anschmiergut wird mit scharf begrenzten Klebstoffstreifen versehen (Selbstklebe-Postkarten). In viele Buchbindereimaschinen sind A. eingebaut, so bei Klebebinde- Decken- Einhänge- und anderen Maschinen.
Anmerkungen In kleinerer Schrift gedruckte Erklärungen oder Quellenangaben; sie stehen als "Fußnoten" unter dem Text einer Seite oder nach Kapitelabschnitten; umfangreiche A. stehen auch nach dem Textschluss oder am Ende des Buches.
Annalen (lat.) Jahrbücher.
Anpappen Aufkleben der Vorsatzblätter eines Buches auf die inneren Deckelpappen; "geschlossen anpappen": übliche Technik, wobei die Deckel auf das angeschmierte Vorsatz geklappt und danach das Buch eingepresst wird; "eingelegt anpappen": ist bei dünnen Verlagsbüchern in Handarbeit üblich; die Buchblöcke werden in die Decken mit dem angeschmierten Vorsatz nach unten eingelegt und stapelweise eingepresst., > Rückenhülsen fallen dabei weg; "offen anpappen": wird angewendet wenn ein Einpressen nicht möglich ist; das Vorsatz wird nach dem Anschmieren auf die Deckel herübergezogen und mit der Hand angerieben (Alben, Musterbücher); a. von Hand kommt fast nur noch in >Sortimentsbuchbindereien vor. Verlagsbücher werden maschinell in Decken eingehängt, dabei beide Vorsatzblätter zugleich angeschmiert und flüchtig in der >Einhängemaschine angepresst, Rückenhülsen fallen weg, die endgültigen Pressung erfolgt durch eine Anpapp-Presse.
Anreiben Nach dem Bekleben eines Materialstückes mit der Hand darüber streichen um Luftblasen auszudrücken und eine gute Verklebung zu erreichen; kann auch maschinell erfolgen, auch mit Unterstützung durch eine Anreibepresse bzw. -maschine.
Anschmieren Bestreichen eines Materialstückes mit Klebstoff, maschinelles Anschmieren ist bei Massenarbeiten üblich.
Anschmiermaschine >Anleimmaschine, >Beleimmaschine.
Ansetzen Handarbeit; die Rückeneinlage wird mit einem breiten Papierstreifen auf die "Ansetzfälze" eines Buches geklebt und auf diesen die Deckel; das ergibt einen noch nicht überzogenen Rohkörper als Einbanddecke; bis 1914 übliche Deckentechnik bei Sortimentsarbeiten; jetzt werden Decken und Buchblöcke gesondert gearbeitet und erst danach, in Anlehnung an die Verlagsbindetechnik, vereinigt. "Tief ansetzen": Ansetzmethode für Franzbände; die Deckel werden scharf gegen die > "Abpressfälze" gestoßen und die Heftbünde über die Deckel geklebt bzw. durch diese gezogen. "Auf gebrochenem Rücken ansetzen": Die Bezeichnung "gebrochener Rücken" stammt aus der Zeit der Pappbände um 1800, weil bei diesen Deckel und Rücken aus einem Stück bestanden und die Gelenke in Rückenbreite angebrochen wurden. "Auf durchgezogene Bünde ansetzen": Französische Ansetztechnik, ursprünglich dann angewendet, wenn Buchblock und Pappendeckel zusammen beschnitten wurden; die durch die Deckel gezogenen Heftbünde mussten dazu seitlich verschiebbar bleiben, um überstehende Ober- und Unterkanten zu bekommen. "Zwischen Pappe ansetzen": Die Heftbunde sitzen zwischen zwei Deckeln, das Verfahren wird bei Geschäftsbüchern angewandt.
Ansetzfalz Schmaler, mit dem Vorsatz verbundener Papierstreifen, auf den die Rückeneinlage bei Handarbeit mit kräftigem Papier überzogen wird und die Deckel aufgeklebt werden; Arbeitshilfe, die heute meist entfällt, da der Deckenband den A. nicht mehr benötigt.
Anthologie In übertragener Bedeutung Blumenlese, Sammlung von Gedichten und Prosastücken verschiedener Verfasser.
Antik Aus früherer Zeit herrührend. Antiquar: Altertümler, Händler mit alten Büchern.
Antik-Büttenpapier gelbliches Büttenpapier.
Antioxydationsfolie Bronze-Blattfolie, Presserfolie die gegen das Oxydieren durch einen Lacküberzug geschützt ist; heute durch gefärbte Aluminium-Rollenfolie überholt.
Antiphonar (griech.) Liturgischer Gesang nach dem Kirchenjahr geordnet.
Antiporta (lat.) Schmutztitel
Antiqua (lat.) Schriftzeichen nach dem Vorbild der Steinmetzschrift auf der Trajans-Säule in Rom; seit 1460 als Druckschrift bekannt. Die A. hat im Gegensatz zur Grotesk- oder Skelettschrift feine Anschwünge an den Enden der Buchstaben, "Serifen", auch "Schraffen" oder "Füßchen" genannt.
Anzeichnen Markieren der ersten Blätter oder Titel von Papieren, Blöcken, Schachteln u.a. um sie schneller auseinander halten zu können.
Anziehen Aufgetragenen Klebstoffen wird durch Feuchtigkeitsabgabe die Möglichkeit gegeben, zu verdicken; bei Maschinenarbeit kann das Anziehen durch sofortiges Pressen umgangen werden.
Appendix Anhang von Tafeln, Tabellen, Karten u.a. nach Textschluss.
Applizieren Anwenden, hochfrequentes Schweißen extrem dünner farbiger PVC-Folie auf PVC-Einbanddecken. Allgemein: Aufkleben von Material auf Einbanddecken und ähnlichem.
Appretur Steifmacher aus Kleister, Leim, Tragant oft mit Farben versetzt, eignet sich als Porenfüller bei Geweben zum Leimdichtmachen.
Arabeske Arabische Schriftform. Stilisierte Blätter und Ranken.
Archiv Geordnete Sammlung von Schriftstücken, Zeitschriften, Büchern u.a. Veröffentlichungen. A, der MDE (>Meister  der Einbandkunst), Sammlung von Archivalien, Fachbüchern und Handeinbänden in der Universitätsbibliothek zu Münster.
Armiertes Klebebinden Russisches Klebebindeverfahren; der abgefräste Buchblockrücken wird vor dem Beleimen mit zusätzlichen Querrillen versehen, in die Fäden eingeklebt werden, um die Buchblockfertigkeit zu erhöhen.
Artlinnen Feines Baumwollgewebe; die Appretur ist scharf abgerakelt oder auf andere Weise verändert; wird heute nicht mehr hergestellt.
Aschoff, Eva (*16.4.1900, + 20.9.1969). Entwickelte Überzugspapiere, die von einer mit Ölfarbe eingewalzten Glasplatte abgehoben werden; "Monotypietechnik".
Äschern Schwellen und Lockern von zum Gerben bestimmte rohen Häuten mit Kalkmilch; das Entfernen der Haare und das Säubern der Aasseite wird dadurch erleichtert.
Ascona Von Großbuchbindereibesitzer Josef Stemmle in A. 1965 gegründete "Legatoria artistica", eine Werkstatt mit Schule für wertvolle Einbände, eine Papierschöpferei ist angegliedert; ein Verein "Centro del Bel Libro" und Zuschüsse sichern den Fortbestand der Schule
Ascona-Vergoldewerkzeug Handwerkliches Vergoldewerkzeug; Holzgriff mit eingesetzter Messingspitze
Ascocolor Marmorierfarben zum Herstellen von Marmorpapieren z.B. mit Hilfe von Marmorierkämmen
Athos Die 963 n.Chr. in A. auf der griechischen Halbinsel Chaölkidike gegründeten Männerklöster besitzen berühmte alle Bibliotheken mit großen Buchschätzen in den verschiedensten Einbandarten.
Atlas Sammlung geographischer Tafeln; bei einfachen Atlanten wird die "Klebebindung", bei besseren das Setzen der Doppelblätter auf schmale Papierstreifen; "Fälze" angewendet, damit sich die Tafeln besser aufschlagen lassen.
Ätzungen werden in der Buchbinderei alle Prägeplatten genannt, die nicht graviert sondern mit Säuren tief geätzt sind. Ä. sind billiger als Messinggravuren.
Aufbügelgewebe Gewebe, dass durch Erhitzung mit dem Material verbunden wird.
Auflage Stückzahl eines aufzubindenden Werkes.
Auflegen Wird das Emporwölben der Papierblätter aus dem Deckenrücken genannt; am besten legen sich die Blätter von >Sprungrückenbüchern auf; bei stark >hinterklebten Buchblöcken ist das Auflegen erschwert, ebenfalls bei >Hot-melt im >Klebebindeverfahren gebundenen Taschenbüchern; gilt auch für weiche Textpapiere und auf echte, erhabene Bünde geheftete Bücher.
Aufmachungs-arbeiten Fremdarbeiten, die der Buchbinder fertig stellen soll; dazu gehören Arbeiten in vom Besteller geliefertem Material z.B. Papiere, Stoffe für Mappen und Einbanddecken.
Aufnadeln Aufstechen von Lederrücken und Papieren, um bei der Weiterverarbeitung z.B. beim Pressvergolden, genaue Passer zu erreichen
Aufschaben Heftkordel wird nach dem Heften mit einem Messerrücken über einem untergeschobenen "Aufschabeblech" in einzelne Fasern zerlegt, aufgeschabt, damit sie i fertigen Buch unter dem Vorsatzspiegel weniger sichtbar ist.
Aufschieben Treppenartiges Auseinanderschieben von Papier, um es schmalrandig anschmieren oder zählen zu können.
Aufschneiden Gefalzte Bogen müssen mit einem Messer aufgeschnitten werden, wenn an bestimmten Stellen Tafeln zu kleben sind.
Aufsetzen Gefalzte Druckbogen so der Reihe nach nebeneinander zu setzen, dass sie zusammengetragen, heftfertige Buchblöcke ergeben; gilt auch für das >Zusammentragen von Vordrucken, Bildern, Karten usw.
Aufstoßen Gefalzte Bogen, geschnittene Papiere oder Pappendeckel werden an Kopf und Rücken aufgestoßen, um vor- oder zurückstehende Teile in eine Reihe zu bringen; in Großbetrieben gibt es dafür Schüttel- oder Rüttelmaschinen.
Auftragen Blattgold wird auf Buchschnitte aufgetragen (>Goldschnitt); das Auftragen geschieht bei Handvergoldearbeiten mit einem "Tampon". Die Rückensteigung beim Heften trägt durch die übereinander liegenden Heftfäden auf. "Auftragend" werden voluminös gearbeitete Papiere genannt.
Auftun Die in Rohbögen >zusammengetragenen Büchern wurden bis ca. 1800 zum Versenden in Fässern, in dicke Packen gebrochen; der Buchbinder musste sie zum Falzen auftun und den Bruch auf dem >Schlagstein "aus dem Falz" schlagen.
Aufziehen Bekleben von Pappen mit Papier oder Geweben; auch >Kaschieren.
Aurich, Erich (*22.3.1906, + 6.5.1965). Lernte bei Heumer in Chemnitz, arbeitete bei Gerbers in Hamburg, Schick, Dorffner und Wübben, war in Bonn mit Hennemann selbständig. Weiße- und Wiemelerschüler lernte bei Anna Simons Schriftschreiben und wurde von Prof. Schneider an die "Stuttgarter Kunstakademie" als Fachlehrer berufen.
Auro-Schnitt Grundierung für Goldschnitte mit Blattgold, auch Aurofix
Ausbessern Vornehmen von Reparaturarbeiten an Papieren oder Büchern, auch "flicken" genannt.
Ausbiegen von Verlagsdecken erfolgt auf Maschinen mit Walzen, um ihnen die durch den  Überzug bedingte Spannung zu nehmen.
Ausbringen Austreiben; einen Schriftsatz stärker als normal üblich mit Regletten und Spatien durchschießen, um einen gewünschten Satzumfang zu erreichen; Gegenteil: Einbringen.
Ausdehnen Materialien dehnen sich unter Einfluss von Feuchtigkeit aus, Gegenteil: Schrumpfen.
Aus dem Falz schlagen >Auftun
Auseinanderhängen Karten werden an breiten Papier- oder Gewebestreifen "auseinandergehängt", damit sie sich im fertigen Buch gut >auflegen.
Ausfüttern Das Auskleben von Kästen mit Papier und/oder anderen Materialien.
Ausgabe Erster Hand. Vom Verfasser überwachte Ausgabe eines Werkes, im Gegensatz zur A. letzter Hand, die der Autor vor seinem Tod noch selbst durchsah.
Ausgleichen Antiquaschriften sind in sich nicht ausgeglichen; das gesetzte Schriftbild zeigt Lücken und Verdichtungen; Versalientitel lassen sich durch EInfügen dünner Bleispatien im Schriftbild ausgleichen.
Ausgleichsfälze Gebrochene, schmale Papierstreifen, die mitgeheftet werden, wenn in das fertige Buch Bilder, Karten, Muster usw. eingeklebt werden sollen; der auftragende Inhalt wird dadurch ausgeglichen.
Aushängebogen Dem Kunden zugehende letzte Korrektur, wobei der Satz bereits in der Druckmaschine ist >Reindruckbogen.
Auskleben Einseitig beklebte Pappe neigt zum Krümmen, Werfen nach der beklebten Seite; durch Bekleben der Rückseite "Gegenkleben", lässt sich die Krümmung ausgleichen.
Ausputzen Beseitigen von Unsauberkeiten bei Press- und Handvergoldungen.
Ausreißen Zerlegen eingebundener Bücher und Broschüren zum Umbinden in einzelne Lagen; geleimte Blöcke und Broschürenstapel durch A. vereinzeln; gerundete Buchblöcke können beim Beschneiden an den Kapitalen und Ecken ausreißen, weil sie dort nicht gepresst werden.
Ausrüsten von Papieren erfolgt in der Papierfabrik. Man versteht darunter das Umrollen, Schneiden, Zählen und Verpacken.
Auschälen Ausschneiden und abziehen zu breiter oder ungleichmäßiger Überzugseinschläge.
Ausschießen heißt das richtige Anordnen von Druckkolumnen, das Entfernen von Makulaturbogen aus "durchschossenenem" oder "eingeschossenem Druck" (>Abliegen); wird nur noch bei wertvollen Drucken angewendet.
Ausschluß Niedrige Typen ohne Schriftbild zum Ausfüllen von Wortzwischenräumen.
Ausstanzen >Stanzen
Ausstattung Die innere und äußere Aufmachung eines Buches; Satz, Druck, Papier, Bebilderung, Einband und Umschlag.
Ausstreichen Das Gleiche wie "aufschieben"; staffelartiges Vereinzeln von Papierblättern durch wellenartiges Biegen des Papierstoßes, treibendes Streichen mit einem >Falzbein.
Auszeichnen Hervorheben von Textstellen durch Fett- oder Kursivdruck, gelegentlich durch Sperrungen, Unterstreichungen usw.
Autographen Vo Autoren geschriebene Manuskripte, Briefe, Urkunden.
Automaten Maschinen, die die Handarbeit ersetzen; bei Halbautomaten werden die Arbeitsstücke von Hand eingelegt oder abgenommen.
Autor Urheber eines Werkes, Autorenexemplare sind Freistücke seines Buches 5-15 Exemplare.
Autotypie Ein Bild wird durch ein Rasternetz in kleine Punkte aufgelöst, fotomechanisch auf eine Zinkplatte übertragen und geätzt.
Azeton auch Aceton; Fettlöser, Lösungs- bzw. Verdünnungsmittel für Zaponlack; mit Wasser, Spiritus, Äther und Chloroform mischbar, leichtflüssig und feuergefährlich; Lösungsmittel für einige Klebstoffe.
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